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Fddb-Saisonkalender: Obst und Gemüse im August

KALENDERBLATT August mit Rand_1000

Der August beschert uns mit einem bunten Mix aus frischem Obst und Gemüse. Neben den klassischen Früchten wie Äpfel und Birnen ist jetzt auch die Zeit der Galiamelone und der Nektarinen gekommen. Beim Gemüse stehen diesen Monat Tomaten, Paprika, Grüne Bohnen und Zuckermais auf dem Speiseplan. Außerdem gibt es im August frischen Rosmarin, das bekannte Heil- und Würzkraut. Ausführlichere Informationen zu allen Lebensmitteln gibt es im Beitrag vom letzten Jahr.

Natürlich haben wir auch dieses Mal wieder köstliche Rezeptvorschläge für unsere Saisonprodukte für euch:

Lebensmittelsiegel Teil 10: Weitere Siegel, Zertifikate, Label

In unserer Serie über Lebensmittel-Siegel haben wir Euch in den letzten Wochen bereits die wichtigsten und bekanntesten Label vorgestellt. Natürlich war dies nur eine kleine Auswahl in der großen Welt der Siegel. Heute, im 10. und letzten Teil der Serie, zeigen wir Euch, welche Siegel Ihr weiterhin auf Lebensmitteln finden könnt, die einen häufiger, die anderen eher seltener.

Internationale Bio-Siegel
Wie bereits im 2. Teil unserer Serie zu lesen war, werden Bio-Produkte der EU-Länder mit dem verpflichtenden grün-weißen Bio-Logo der EU gekennzeichnet. Zusätzlich können Hersteller neben dem EU-Siegel auch nationale Bio-Siegel verwenden, wie hierzulande das deutsche Bio-Siegel. Auch Lebensmittelhersteller anderer EU-Länder nutzen teilweise ihre nationalen Bio-Label, um die Herkunft ihrer Produkte zu betonen. Hier seht Ihr eine kleine Auswahl von Bio-Logos anderer Staaten.

Bio-Siegel Frankreich   Bio-Siegel Schweiz

Bio-Siegel Spanien   Bio-Siegel Italien   Bio-Siegel Niederlande

Bio-Siegel Belgien   Bio-Siegel Groß-Britannien   Bio-Siegel USA

Fotos: Fddb (v. l. n. r.: Die Bio-Siegel der Länder Frankreich, Schweiz, Spanien, Italien, Niederlande, Belgien, Groß-Britannien, USA)

Weitere Lebensmittelsiegel

Neben den bereits vorgestellten Bio-Siegeln gibt es natürlich eine noch größere Palette an Bio-Labeln, zu der beispielsweise ein Bio-Siegel nur für Weine zählt (Ecovin) oder das Siegel des Verbundes Ökohöfe, einem regionalen Bio-Anbauverband aus der Magdeburger Börde.
Eine immer stärkere Bedeutung wird dem „Glutenfrei“-Siegel zugeschrieben, das von der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) herausgegeben wird. Da anscheinend immer mehr Menschen an einer Glutenunverträglichkeit leiden, ist dieses Siegel ein verlässlicher Wegweiser, da es nur vergeben wird, wenn eine Laboranalyse durch die DZG die Glutenfreiheit des Produktes bestätigt.

Gelegentlich kann man auf Produkten, die aus einer speziellen Region eines Landes kommen, eines von zwei weiteren Siegeln der EU entdecken – die Label mit den Aufdrucken „Geschützte geografische Angabe“ und „geschützte Ursprungsbezeichnung“. Balsamico di Modena aus Italien, Seranoschinken aus Spanien oder Spreewälder Gurken und Nürnberger Rostbratwürschen aus Deutschland sind typische Produkte, die mit diesen Siegeln gekennzeichnet werden können. Die zwei Siegel unterscheiden sich jedoch bei genauerem Hinsehen beträchtlich in ihrer Bedeutung. Während ersteres darauf hinweist, dass lediglich mindestens eine von mehreren Produktionsstufen in der entsprechenden Region stattgefunden hat (Erzeugung, Verarbeitung, Herstellung), kann der Verbraucher beim Siegel „geschützte Ursprungsbezeichnung“ sicher gehen, dass das gesamte Produkt in der entsprechenden geografischen Region erzeugt, verarbeitet und hergestellt wurde.

Das hierzulande relativ bekannte Siegel der Zeitschrift „Ökotest“ wird nicht nur an Alltagsprodukte und Dienstleistungen vergeben, sondern auch an Lebensmittel. Anders als der Name „Ökotest“ vermuten lässt, werden bei den Tests jedoch weder Herstellung des Lebensmittels noch deren Zutaten bezüglich ökologischer Aspekte beurteilt. Es gibt keine allgemeinen Prüfkriterien, jeder Test wird unter anderen Gesichtspunkten durchgeführt. Produkte, die mit dem Siegel „Sehr gut“ ausgezeichnet werden, lassen lediglich darauf schließen, dass sie frei von gesundheitsschädlichen Stoffen sind.

Siegel_Ecovin   Siegel_Verbund_Ökohöfe   Siegel_Glutenfrei

Siegel_Gesch_geogr_Angabe   Siegel_Gesch_Ursprung   Siegel_Ökotest

Fotos: Fddb (v. l. n. r.: Siegel der Bio-Anbauverbände Ecovin und Verbund Ökohöfe, Glutenfrei-Siegel, EU-Siegel „Geschützte geografische Angabe“ und „Geschützte Ursprungsbezeichnung“, Siegel Ökotest)

Mit diesem kleinen Exkurs in die große Lebensmittelsiegelwelt möchten wir unsere Serie abschließen. Wenn Ihr während Eures Einkaufes bewusst darauf achtet, werdet Ihr sicher eine Vielzahl an weiteren Siegeln entdecken, sei es mit regionalem, tierschutzrechtlichem, gesundheitlichem oder religiösem Bezug. Es ist nicht einfach, einen Überblick in diesem „Siegeldschungel“ zu behalten. Wir hoffen deshalb, Euch mit dieser Serie eine kleine Hilfestellung gegeben zu haben. Wie fandet Ihr die Serie zum Thema Lebensmittel-Siegel? Haben Eurer Meinung nach wichtige Siegel gefehlt? Wir freuen uns auf Eure Meinung! 🙂

Zuguterletzt zeigen wir Euch noch einmal alle 10 Beiträge unserer Serie im Überblick.

Einführung: Lebensmittel-Siegel
Teil 1: Das deutsche staatliche Biosiegel
Teil 2: Das EU-Bio-Logo
Teil 3: Das Fairtrade-Siegel
Teil 4: Das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei
Teil 5: Die Bio-Siegel von Demeter und Naturland
Teil 6: Die Bio-Siegel von Bioland und Biokreis
Teil 7: Die Biohandelsmarken der Supermärkte und Discounter
Teil 8: Die Siegel der DLG
Teil 9: Siegel für Veganer und Vegetarier

Lebensmittelsiegel Teil 9: Siegel für Vegetarier und Veganer

Laut Vegetarierbund Deutschland ernähren sich hierzulande etwa 8-9% der Menschen vegetarisch, das entspricht einer Zahl von ca. 7 Millionen Vegetariern. Schätzungsweise 900.000 Deutsche (ca. 1,1%) ernähren sich sogar vegan, also rein pflanzlich, Tendenz steigend. Auch die Lebensmittelindustrie hat diesen Trend erkannt und kennzeichnet entsprechende Produkte immer öfter mit Siegeln, die Vegetariern und Veganern beim Einkaufen helfen sollen. Vegetarische und vegane Produkte sind somit auf den ersten Blick erkennbar, ohne dass Verbraucher erst die Zutatenlisten studieren müssen. Während einige Hersteller lediglich einen kleinen, eigens kreierten Hinweis „vegetarisch“ oder „vegan“ auf die Produktverpackung drucken lassen, nutzen andere wiederum offizielle und verlässliche Siegel.

Das V-Label

Das weltweit bekannteste und meist genutzte Siegel für Vegetarier ist das sogenannte „V-Label“ des deutschen Vegetarierbundes (VEBU), das auch unter dem Namen „Europäisches Vegetarismus-Label“ oder „Vegi-Label“ bekannt ist. Herausgegeben wird das V-Label seit 1985 von der Europäischen Vegetarier Union (EVU), der Dachorganisation der meisten vegetarischen Organisationen Europas. In Deutschland wird es vom VEBU vergeben.

Siegel_Vlabel_lacto_vegetarisch   Siegel_Vlabel_vegan
Fotos: Fddb

Wer das Siegel verwenden möchte, muss in Deutschland die Lizenz beim VEBU beantragen und die Zutatenliste der entsprechenden Produkte offenlegen. Zudem muss der Hersteller seine Produktion vor Ort überprüfen lassen und einen detaillierten Fragebogen ausfüllen. Lizenznehmer von Waren verpflichten sich mit dem Label unter anderem, auf jegliche Tierkörperbestandteile, darunter auch Kälberlab und Gelatine, zu verzichten und keine Eier von Hühnern aus Käfighaltung zu verwenden.
Auch immer mehr Restaurants nutzen das V-Label auf ihrer Speisekarte.

Das V-Label muss stets einen Hinweis zur entsprechenden vegetarischen Kategorie tragen:

1. „vegetarisch“/“ovo-lakto-vegetarisch“ (mit Eiern und Milch)
2. „eifrei“/“laktovegetarisch“
3. „milchfrei“/“ovo-vegetarisch“
4. „vegan“/“100% pflanzlich“
5. „eifrei und milchfrei“/“vegetarisch ohne Milch und Eier“

Die Vegan-Blume

Das Siegel der Vegan-Blume kennzeichnet Produkte, die garantiert auf tierische Bestandteile und Tierversuche während des Herstellungsprozesses verzichten. Herausgegeben wird das Siegel von der Vegan Society, die 1944 gegründet wurde und ihren Sitz in Großbritannien hat. Im gleichen Jahr hat auch der Gründer der Vegan Society, Donald Watson, das Wort „vegan“ (abgeleitet von „vegetarian“) ins Leben gerufen. Nicht nur Lebensmittel, auch andere Produkte wie Kosmetikartikel und Kleidung, können mit dem Siegel der Vegan-Blume zertifiziert werden.

Siegel_Veganblume
Foto: Fddb

Veganer verzehren weder Tierprodukte noch deren Derivate. Dazu gehören beispielsweise Milch, Käse, Butter, Eier oder Honig bzw. Produkte, die mithilfe tierischer Bestandteile hergestellt werden. Ein Teil der vegan lebenden Menschen verzichtet nicht nur in der Ernährung auf tierische Produkte, sondern betrachtet den Veganismus als eine generelle, allumfassende Lebenseinstellung, bei der kein Tier zu Schaden kommen soll. Daunen in Jacken und Kissen, Schuhe aus Leder, Gelatine in Kosmetikartikeln werden hier beispielsweise strikt abgelehnt.

Beide Siegel sind verlässlich. Sie sagen zwar nichts zur Qualität und Herkunft der Produkte bzw. Zutaten aus, jedoch können Verbraucher sicher gehen, dass die Produkte tatsächlich vegetarisch bzw. vegan sind.

Lebensmittelsiegel Teil 8: Die Siegel der DLG

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V.) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich unter anderem der Qualitätsverbesserung von Lebensmitteln widmet und zu diesem Zweck regelmäßige Tests in verschiedenen Lebensmittelbereichen durchführt. Erfolgreich geprüfte Produkte werden mit dem DLG-Siegel prämiert, das in den Stufen Gold, Silber und Bronze vergeben wird.

Siegel_DLG_Gold2  Siegel_DLG_silber   Siegel_DLG_Bronze
Fotos: Fddb

Goldener Preis: Das Produkt erfüllt alle Kriterien fehlerfrei.
Silberner Preis: Das Produkt weist eine geringe Abweichung in einem Prüfkriterium auf, erfüllt aber alle anderen fehlerfrei.
Bronzener Preis: Das Produkt weist mehrere geringe Abweichungen in verschiedenen Prüfkriterien oder eine stärkere Abweichung in einem Prüfkriterium, doch alle anderen Testkriterien wurden bestanden.

Jährlich werden im DLG Test-Zentrum in Frankfurt/Main etwa 30.000 Produkte getestet. Die Prüfung ist für die Hersteller freiwillig, sie müssen jedoch für die Teilnahme eine Prüfgebühr zahlen.
Die angewandten Testmethoden basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Qualitätssicherung der unterschiedlichen Lebensmittelbereiche.

Im Rahmen der Überprüfung werden sowohl sensorische Tests durchgeführt (Geschmack, Aussehen, Farbe, Geruch und Konsistenz), als auch mikrobiologische Laboruntersuchungen und Verpackungs- und Deklarierungsprüfungen. Im Mittelpunkt der Tests steht die sensorische Analyse der Lebensmittel. Die Sensoriktests werden nur von akkreditierten und geschulten Experten mit einem von der DLG ausgestellten „Sensorikführerschein“ durchgeführt. Sämtliche produktspezifischen Prüfschemata sind DIN- und ISO-zertifiziert. Zudem werden alle Lebensmittel objektiv und neutral ohne Kenntnis des Herstellers, der Marke oder des Preises bewertet.

Neben der Produktprämierung in den Stufen Gold, Silber und Bronze verleiht die DLG an Hersteller auch den „DLG-Preis für langjährige Produktqualität“. Um dieses Siegel zu erhalten, müssen die Unternehmen 5 Jahre in Folge in jedem Prämierungsjahr mindestens 3 Auszeichnungen von der DLG erhalten haben.

Siegel_DLG_Gold

Fazit:
Die DLG-Tests werden bereits seit mehr als 125 Jahren durchgeführt und basieren auf wissenschaftlichen und von Experten aus Industrie, Forschung und Handwerk definierten Prüfmethoden. Jedoch werden in den Analysen nur die fertigen, verpackten Produkte unter die Lupe genommen, nicht die Herstellungsbedingungen oder Zutaten.

Lebensmittelsiegel Teil 7: Bio-Handelsmarken der Supermärkte und Discounter

Während Bioprodukte früher meist nur in ausgewählten Läden, Reformhäusern oder direkt vom Bauernhof oder Wochenmarkt erhältlich waren, führen mittlerweile alle großen Supermärkte, Discounter und sogar einige Drogerien Biolebensmittel unter ihrer eigenen Marke. Laut einer 2013 vom Bundesministerium für Ernährung beauftragten Studie (Ökobarometer 2013) sind Supermärkte wie Rewe und Edeka (82%) die am häufigsten genutzte Einkaufsstätte, um Bio-Lebensmittel zu kaufen, gefolgt von Discountern (64%) wie Aldi, Lidl und Co. Auf Platz drei und vier kommen Bäckereien (58%) und Wochenmärkte (57%).

Siegel_GutBio   Siegel_Biotrend   Siegel_B!o

Fotos: Fddb (v.l.n.r.: GutBio von Aldi Nord, Biotrend von Lidl und B!o von Penny)

Meist sind die Preise von Bioprodukten aus dem Discounter oder Supermarkt moderater als in Bioläden. Grund dafür ist, dass große Handelsketten in Massen einkaufen, ein reduziertes Sortiment anbieten, eine ausgefeilte Logistik haben und einen geringeren Service leisten. Doch wie schaut es mit der Vertrauenswürdigkeit dieser Bio-Eigenmarken aus? Fakt ist, dass alle Bioprodukte, egal wo man sie erwirbt, den Mindestanforderungen der EU-Ökoverordnung entsprechen müssen. Somit sind auch die Bio-Handelsmarken vertrauenswürdig. Wo Bio drauf ist, ist auch Bio drin.

Zudem hat Greenpeace in einem Praxistest herausgefunden, dass Produkte der Bio-Handelsmarken der Ketten teilweise sogar „Premium-Bio-Status“ haben. Was bedeutet das? Dank Identitätskennzeichen, das auf allen Produkten mit tierischen Zutaten, wie Milch, Käse, Fleisch und Eiern, aufgedruckt ist, kann der Endverbraucher sehen, in welchem Betrieb das Lebensmittel zuletzt verarbeitet oder verpackt wurde. Wird beispielsweise eine Molkerei sowohl von Bauern beliefert, die ihre Milch „nur“ nach EU-Biovorschrift produziert, als auch von Betrieben, die nach den noch strengeren Kriterien eines Bio-Anbauverbandes arbeiten, kann es sein, dass die in der Molkerei für eine Bio-Handelsmarke abgefüllte Milch sogar die qualitativ noch hochwertigere Milch enthält.
Laut Greenpeace haben auch viele Bio-Fleisch- und Wurstwaren sowie Biokartoffeln aus dem Discounter Premium-Qualität. Aldi-Nord beispielsweise lässt seine Bio-Kartoffeln ausschließlich von Betrieben liefern, die nach den strengen Vorschriften des Bio-Verbandes Naturland wirtschaften.

Supermärkte, Discounter und Drogerien und ihre Bio-Eigenmarken (Auswahl):

Edeka – Edeka Bio
Rewe – Rewe Bio
Aldi – GutBio und Bio
Lidl – Biotrend
Netto Marken-Discount – BioBio
Norma – Bio Sonne
real – real Bio
Rossmann – enerBio
Penny – B!o

Lebensmittelsiegel Teil 6: Bioland und Biokreis

Neben den bereits letzte Woche vorgestellten Bio-Siegeln der Anbauverbände Demeter und Naturland möchten wir Euch diese Woche die Siegel der Bioverbände Bioland und Biokreis präsentieren.

Siegel_Bioland   Siegel_Biokreis
Fotos: Fddb

Bioland

Seit mehr als 40 Jahren arbeiten die Bioland-Bauern und Mitglieder für das Ziel,  hochwertige und gesunde Lebensmittel auf nachhaltige und zukunftsorientierte Weise zu erzeugen. Dies wird erreicht durch das Wirtschaften im Einklang mit der Natur, die Förderung der Artenvielfalt sowie durch aktiven Klima- und Umweltschutz. Die Mitglieder verfolgen bei der Herstellung und Verarbeitung der Produkte die 7 Bioland-Prinzipien:

– Im Kreislauf wirtschaften
– Bodenfruchtbarkeit fördern
– Tiere artgerecht halten
– Wertvolle Lebensmittel erzeugen
– Biologische Vielfalt fördern
– Natürliche Lebensgrundlagen bewahren
– Menschen eine lebenswerte Zukunft sichern

Zusätzlich dürfen nur 23 von über 300 zugelassenen Zusatzstoffen verwendet werden, 100 % der Zutaten müssen ökologischen Ursprungs sein, Kuhtrainer und organische Handelsdünger sind verboten. Bioland-Betriebe dürfen nebenbei keine konventionelle Bewirtschaftung betreiben, der ganze Betrieb muss auf die Bioland-Richtlinien ausgerichtet sein. Bioland mit Sitz in Mainz ist der größte ökologische Anbauverband in Deutschland und wurde 1971 gegründet. Heute wirtschaften fast 6.000 Erzeugerbetriebe für Bioland.
Weitere Infos unter http://www.bioland.de

Biokreis

Der Verband Biokreis wurde 1979 in Passau gegründet und vertreibt seine Produkte bundesweit, obwohl bei Herstellung und Produktion ein Schwerpunkt auf Süddeutschland gesetzt wird. Sein Ziel ist eine Förderung einer Zusammenarbeit aller Beteiligten nach ökologischen Grundsätzen in überschaubaren Regionen sowie die Erhaltung des ursprünglichen, bäuerlichen Landbaus. Die verbandseigenen Richtlinien gehen in vielen Punkten über die der EU-Ökoverordnung hinaus. Beispielsweise dürfen Futtermittel nur vom eigenen Hof bzw. von anderen Biokreishöfen stammen und es gibt deutlich bessere Haltungsbedingungen für die Tiere als die von der EU-Ökoverordnung vorgeschriebenen Richtlinien. Biokreis-Betriebe dürfen ausschließlich auf ökologischer Basis wirtschaften. Das Motto lautet „regional und fair“. Aus diesem Grund existiert nebenher noch ein weiteres, speziell entwickeltes Siegel regional & fair. Dieses garantiert über die lokale, ökologische Erzeugungsweise hinaus auch handwerkliche Verarbeitung und faire Bedingungen für alle, die am Herstellungsprozess beteiligt sind. Biokreis-zertifizierte Produkte reichen von Brot über Fleischerzeugnisse, Obst, Gemüse, Wein bis hin zu Lederprodukten, Heimtierfutter und Hotels. Organisiert ist der Biokreis in 3 Ländesverbänden bzw. „Erzeugerringen“ (Bayern, NRW und Mitte) und hat sowohl von ehrenamtliche als auch hauptamtliche Mitarbeiter. Etwa 900 Lebensmittelproduzenten arbeiten nach den Biokreis-Richtlinien.
Weitere Infos unter http://www.biokreis.de

Es gibt in Deutschland noch vier weitere Bio-Anbauverbände, die ein Siegel herausgeben. Biopark, Ecoland und GÄA, die lediglich in bestimmten Regionen Deutschlands verbreitet sind, sowie Ecovin, dem größten Zusammenschluss von Deutschlands ökologisch wirtschaftenden Weinbauern. 

Lebensmittelsiegel Teil 5: Demeter und Naturland

Neben den beiden hierzulande bekanntesten Bio-Siegeln, dem Deutschen und dem Europäischen Bio-Logo, sieht man auf einigen Produkten auch andere Bio-Labels. Doch wer gibt diese Labels eigentlich heraus und was haben sie zu bedeuten?
In Deutschland gibt es mehrere Bio-Anbauverbände, deren Siegel Produkte kennzeichnen sollen, die über die Mindeststandards des Europäischen Biosiegels hinausgehen und noch strengeren Anforderungen unterliegen. Zwei dieser Siegel, nämlich das von Demeter und Naturland, möchten wir Euch heute kurz vorstellen.

Siegel_Demeter   Siegel_Naturland
Fotos: Fddb

Demeter
Demeter ist eine 1928 etablierte Marke, die für eine biologisch-dynamische Wirtschaftsweise, der nachhaltigsten Form der Landbewirtschaftung, steht. Durch eigens produzierte Präparate aus Heilpflanzen, Mist und Mineralien kann die Humusschicht eines Bodens kontinuierlich wachsen und die Bodenfruchtbarkeit auf diese Weise gefördert werden. 100% der Zutaten von Demeter-Produkten werden aus ökologischer Herkunft bezogen, nur 13 von über 300 Zusatzstoffen sind erlaubt und es gibt noch strengere Richtlinien bei der Schweine- und Kuhhaltung. Demeter schreibt als einziger Bioanbauverband seinen Vertragspartnern vor, dass sie auf ihren Höfen Tiere halten müssen. Kuhtrainer (unter Strom stehende Metallbügel, die Rinder beim Koten/Harnen in eine bestimmte Richtung lenken) sind verboten.

Demeter-Produkte reichen von der Babynahrung über Wein und Baumwolle bis hin zur Kosmetik und umfassen ein Sortiment von mehr als 3.500 Produkten. Vertragspartner gibt es weltweit in mehr als 50 Ländern. Demeter ist in der griechischen Mythologie übrigens die Mutter- und Fruchtbarkeitsgöttin.
Mehr Infos unter http://demeter.de

Naturland
Der Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V. wurde 1982 gegründet und gibt ein Siegel heraus, das strengere Richtlinien als die der EU-Ökoverordnung für die Zertifizierung seiner Produkte vorgibt. Diese Richtlinien stehen im Zentrum eines ganzheitlichen Ansatzes und umfassen die Bereiche nachhaltiges Wirtschaften, praktizierter Natur- und Klimaschutz, Sicherung und Erhalt von Boden, Luft und Wasser sowie den Schutz des Verbrauchers. Die Richtlinien müssen von allen Beteiligten im Rahmen der Erzeugung und Verarbeitung eingehalten werden. Das Ziel von Naturland ist eine weltweit 100%-ige ökologische und faire Landwirtschaft. Lebensmittel mit dem Naturland-Siegel werden ohne Gentechnik hergestellt und es dürfen nur 21 Zusatzstoffe verwendet werden. 95% der Zutaten müssen aus ökologischem Anbau stammen und mindestens 50% des Tierfutters muss vom eigenen Bauernhof stammen. Kuhtrainer sind auch hier verboten. Einen sehr großen Fokus setzt Naturland auf seine Sozialrichtlinien, die die soziale Verantwortung aller Naturland-Mitglieder regulieren. Zusätzlich hat Naturland Richtlinien für die ökologische Aquakultur, Wildfischerei und die ökologische Nutzung von Wäldern entwickelt. Der Verband bietet seinen Verbandspartnern, die übrigens international vertreten sind, zusätzlich das „Naturland Fair Zeichen“ an.
Mehr Infos unter http://www.naturland.de

Lebensmittelsiegel Teil 4: Das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei

Wer umweltbewusst und nachhaltig gefangenen Fisch kaufen und verzehren möchte, kann auf das blaue MSC-Siegel auf Verpackungen, in Restaurants und bei Fischfachhändlern achten. Das Siegel wird von der internationalen Organisation MSC (Marine Stewardship Council) vergeben, das mit dem Siegel das global bekannteste ökologische Zertifizierungs- und Kennzeichnungsprogramm für nachhaltige Fischerei verwaltet.
Siegel_MSCDas Ziel des MSC ist der Schutz der Weltmeere und ihrer Ressourcen durch umweltverträgliche Fangmethoden und verantwortungsvolle Nutzung vorhandener Bestände von Fisch und Meeresfrüchten. Der Überfischung soll dank der Anwendung von Umweltstandards, die auf wissenschaftlich fundierten Kriterien basieren, entgegen gewirkt werden. Diese MSC-Standards wurden während einer 2-jährigen Periode von mehr als 200 Wissenschaftlern, Umweltschützern und weiteren Spezialisten definiert und werden bei der Zertifizierung von Wildfischereien angewendet, jedoch nicht bei Aquakultur-Betrieben. Folgende Prinzipien gelten beim MSC:

  • Schutz der Fischbestände
  • Minimale Auswirkungen auf das Ökosystem
  • Verantwortungsvolles und effektives Management

Das MSC-Siegel gibt es in mehr als 100 Ländern. Theoretisch können alle Fischereien sich für eine Zertifizierung ihres Betriebes anmelden. Unabhängige Prüfer untersuchen daraufhin, ob das Unternehmen den MSC-Standards entspricht. Ist dies der Fall, darf die Fischerei das MSC-Siegel verwenden. Wie genau eine Fischereizertifizierung abläuft, zeigt folgendes Video. Zudem gibt es den sogenannten MSC-Rückverfolgbarkeits-Standard. Dieser gilt für alle verarbeitenden Betriebe, Restaurants, Fischfachhändler und Unternehmen, die MSC-zertifizierten Fisch verarbeiten, umpacken oder als Frischware verkaufen möchten. Mit dem Siegel verpflichten sie sich deshalb, MSC-zertifizierten Fisch nicht mit anderem Fisch zu vermischen und ihn stets deutlich zu kennzeichnen. Auf diese Weise kann genau zurückverfolgt werden, bei welcher Fischerei die Unternehmen den MSC-zertifzierten Fisch erworben haben.

Die MSC-Siegelvergabe basiert auf soliden, wissenschaftlich fundierten Kriterien und einem Kontrollsystem, das einen vernünftigen Mindeststandard etabliert hat.

Lebensmittelsiegel Teil 3: Das Fairtrade-Siegel

Der 3. Teil unserer Serie über Lebensmittelsiegel beschäftigt sich mit dem Fairtrade-Siegel. In den Farben grün, blau und schwarz und einem stilisierten Menschen mit hochgehaltenem Arm signalisiert das Siegel dem Käufer, dass das Produkt fair gehandelt wird und die Fairtrade-Standards eingehalten werden. Dies bedeutet im Einzelnen:

  • die Lebens- und Arbeitsbedingungen der teilnehmenden Bauern und deren Angestellte werden durch das Siegel verbessert
  • die Fairtrade-Programme sind ein Mittel zur Armutsbekämpfung
  • Kinderarbeit und Zwangsarbeit sind verboten
  • den Angestellten werden mindestens gesetzliche Mindestlöhne gezahlt
  • Einkäufer handeln die Preise direkt mit den Bauern aus, ohne Zwischenhändler
  • Bauern in Asien, Afrika und Lateinamerika können ihre Familien und Dörfer auf diese Weise nachhaltig stärken, auch durch Vorfinanzierungen
  • das Fairtrade-Siegel ist das einzige Sozial-Siegel und versichert eine verbindlich festgelegte Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte
  • bestimme Umweltstandards müssen von den Kleinbauern und Plantagenbesitzern eingehalten werden
  • Rund 1,6 Millionen Bauern, Bäuerinnen, Arbeiter und Arbeiterinnen in 70 Ländern können heute vom Fairen Handel profitieren.

Fairtrade  Fairtrade2  

Dank des aufgedruckten Fairtrade-Codes kann man online mehr Infos über das Produkt erfahren, z.B. wo genau und von wem es produziert wird und welche Partner-Firmen mit den Herstellern kooperieren. Probiert es aus unter http://www.fairtrade-code.de/.

Produkte mit dem Fairtrade-Siegel findet man hierzulande vor allem in Bioläden und Weltläden. Doch auch Discounter, Drogerien, Kaufhäuser und gastronomische Betriebe führen Lebensmittel und Produkte, die das Siegel tragen. In Deutschland wird das Siegel vom Verein TransFair e.V. mit Sitz in Köln vergeben. Weltweit gibt es insgesamt 25 Vereine und Organisationen, die  unter der Dachorganisation der Nationalen Fairtrade Organisationen namens Fairtrade International agieren. Das aktuelle Fairtrade-Siegel wurde 2003 eingeführt.

Das gesamte Fairtrade-Netzwerk verschreibt sich den sogenannten Fairtrade-Standards, die von allen Fairtrade-Produzenten, Arbeitern, Importeuren, Exporteuren, Lizenznehmern und Unternehmen, die ihre Produkte mit dem Fairtrade-Siegel auszeichnen, eingehalten werden müssen. Die 3 Säulen der Fairtrade-Standards sind Ökonomie, Ökologie und Soziales. Ob die Standards von Produzenten und Händlern tatsächlich erfüllt werden, wird vor Ort von der unabhängigen Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT regelmäßig überprüft.

Die ersten in Deutschland erhältlichen Produkte mit dem Fairtrade-Siegel waren Kaffee und Tee. Später folgten Waren wie Kakao, Zucker, Bananen, Orangensaft, Wein, Blumen, Reis, Eis und Baumwolle. 2003 wurde der Fußball als erstes Non-Food-Produkt auf dem deutschen Markt eingeführt. Einige bekannte Unternehmen, die Produkte mit dem Fairtrade-Siegel für ihre Kunden anbieten, sind u.a. AirBerlin, Starbucks-Coffee und Ben & Jerry’s.  Im Jahr 2012 konnte man in Deutschland mehr als 2.000 verschiedene Fairtrade-Produkte von rund 250 Vertragspartnern in über 42.000 Geschäften und 800 Weltläden sowie über 20.000 gastronomischen Betrieben finden.
Eine Übersicht über alle in Deutschland erhältlichen Fairtrade-Produkte findet Ihr unter http://www.fairtrade-deutschland.de/produkte/produktdatenbank/.

Das Fairtrade-Siegel bietet dem Käufer eine zuverlässige und vertrauenswürdige Möglichkeit, fair gehandelte Produkte zu erwerben und damit Kleinbauern und ihren Arbeitern und Angehörigen in ökonomisch schwach entwickelten Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas zu unterstützen.

Mehr Infos unter:
http://www.fairtrade-deutschland.de
http://www.fairtrade.net/

Lebensmittelsiegel Teil 2: Das EU-Bio-Logo

Im 2. Teil unserer Serie über Lebensmittelsiegel geht es um das EU-Bio-Logo, das seit dem 1. Juli 2012 verpflichtend auf allen in der EU vorverpackten Bioprodukten verwendet werden muss. Am 1. Juli 2010 wurde es bereits auf dem Markt eingeführt. Dieses Logo ist auf allen EU-Bio-Produkten zu finden, während das deutsche, staatliche Bio-Logo nur freiwillig verwendet wird und allmählich von dem verpflichtenden EU-Siegel abgelöst wird. Auch Bio-Produkte, die nicht vorverpackt sind und/oder aus nicht-EU-Ländern in die EU importiert werden und den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau entsprechen, können freiwillig mit dem EU-Bio-Logo versehen werden.

Auf dem Siegel ist ein stilisiertes Blatt bestehend aus 12 weißen Sternen, angelehnt an die Europaflagge, auf grünem Hintergrund zu sehen, das die Vereinigung von Europa mit der Natur symbolisiert. Reisende können somit innerhalb der EU biologische Produkte sofort an dem einheitlichen Siegel erkennen.

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Quelle: http://ec.europa.eu

Auf jedem Produkt, das das EU-Bio-Logo trägt, findet sich zusätzlich eine Codenummer, die die zuständige Öko-Kontrollstelle anzeigt, z.B. „DE-ÖKO-034“, und eine Herkunftsangabe der Zutaten, z.B. „Spanien“ oder „EU-Landwirtschaft“, „Nicht-EU-Landwirtschaft“ und „EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft“.

EU-Bio-Logo1 EU-Bio-Logo2 EU-Bio-Logo3

Fotos: Fddb

Eine Übersicht aller deutschen Kontrollstellen und Länderbehörden findet sich auf der Website des Bio-Siegels. Deutsche Hersteller von Biolebensmitteln können neben dem EU-Bio-Logo auch weiterhin das deutsche Bio-Siegel und Siegel der privaten Öko-Anbauverbände oder regionale Bio-Logos in der Kennzeichnung verwenden.

Die Kriterien für die Vergabe des EU-Bio-Siegels sind in der EU-Ökoverordnung (Verordnung (EG) Nr. 834/2007) verankert und betreffen den Ökolandbau, Tierhaltung, Tierfutter sowie Fische aus Aquakulturhaltung. Die wichtigsten Richtlinien haben wir bereits im Artikel zum deutschen, staatlichen Bio-Siegel zusammengefasst, das sich ja auf die Kriterien zum Ökolandbau des Europäischen Bio-Siegels beruft.

Verbraucher können sicher gehen, dass alle Produkte mit dem EU-Bio-Logo den Bio-Mindeststandards der EU entsprechen und alle Biobetriebe mindestens einmal jährlich von den unabhängigen Kontrollstellen überprüft und zusätzlich unangemeldet inspiziert werden. Zwar gab es in den letzen Jahren vereinzelt Fälle von Etikettenschwindel mit dem Siegel, grundsätzlich ist das EU-Biosiegel jedoch vertrauenswürdig.

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