Archive for 4. Dezember 2017

Der große Winter-Teetest mit Fddb und TeeGschwendner

Die kalte Jahreszeit hält Einzug und wir frieren uns jetzt schon einen ab. Doof, wenn die Heizung zwei Tage ausfällt und man sich mit anderen Mitteln behelfen muss, um warm zu bleiben. Da wären zum Beispiel Bürosport (erntet meist komische Blicke), Heizdecken (teuer), gegenseitig wärmen (nicht immer erwünscht), Feuerchen machen (nicht immer erwünscht), Hände über dem Toaster wärmen (nur, wenn Toast drin ist), nicht zur Arbeit erscheinen (könnte auffallen) oder Tee trinken. Tee passt! Tee geht immer, ob im Sommer oder Winter. Was gibt es besseres als sich durchgekühlt einen frisch aufgebrühten Tee zu genehmigen? Dabei kann man auch mal etwas wagen und fernab von Pfefferminze und Hagebuttentee neue Sorten ausprobieren. Den Mischungen sind da ja keine Grenzen gesetzt, im Handel gibt es eine riesige Auswahl. Leider ist da auch viel Mist dabei, der fast nur aus Aromen, aber nicht aus echten Pflanzen besteht. Klar, wer seine Lieblingssorte hat, sollte dabei bleiben. Bei den Fddb-Mädels gibt es jedoch keinen wahren Tee-Favoriten, so dass wir sehr gespannt waren auf das riesige Tee-Paket, das uns die Firma TeeGschwendner zugeschickt hat.

TeeGschwendner mit Sitz in Meckenheim gibt es seit 1978. Damals, als wir noch gar nicht geboren waren, hatten Albert und Gwendalina Gschwendner die Idee, einen Teeladen zu eröffnen, um den Genuss, den sie selbst durch Teekreationen erlebten, an die Menschen weitergeben zu können. Die Familie Gschwendner leistete auf dem Tee-Markt seit Anfang an Pionierarbeit. Heute ist TeeGeschwendner nicht nur in Deutschland eine beliebte Tee-Marke, sondern findet auch im Ausland hohen Anklang. Die Zutaten für die Teemischungen kommen mittlerweile ebenfalls aus der ganzen Welt. Von Ostfriesland, über Russland bis Japan, weiter nach Brasilien und nach Afrika – die Anbaugebiete erstrecken sich quasi über die ganze Erde. TeeGschwendner bietet jedoch nicht nur reine Bio-Tees an, sondern auch Tees aus konventionellem Anbau. Diese werden im hauseigenen Labor auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln untersucht. Hohe Kontrollen sichern die Qualität des Tees, so dass man ganz beruhigt genießen kann.

Okay, mit 16 Teesorten haben wir jetzt nicht gerechnet. Die schaffen wir gar nicht alle, daher haben wir uns für die interessantesten zehn Sorten entschieden und möchten euch gerne erzählen, wie wir die völlig unterschiedlichen Teekreationen fanden. Im Paket enthalten waren außerdem noch das Teelamaß, also ein länglicher Löffel aus Plastik. Außerdem fanden wir noch diverse Broschüren und auch Rezepte für sommerliche Eistees. Nun, an die haben wir uns jetzt nicht mehr gewagt. Vielleicht nächstes Jahr wieder. Die Verpackungen sehen alle edel bis liebevoll gestaltet aus. Auf jedem Tee steht noch einmal ganz genau, wie der Tee zubereitet werden muss. Meistens handelt es sich dabei um weiches kochendes Wasser und jeweils eine Menge des Teelamaß’. Die Ziehzeit variierte bei allen Tees und belief sich auf zwei bis zu 10 Minuten.

Gourmet Kräutertee

Der Kräutertee riecht pur schon einmal sehr schön zitronig. Enthalten sind Lemongras, Lemon Myrtle, Drachenkopfmelisse, Holunderblüten und Vanillestückchen. Wir brühen ihn mit kochendem Wasser auf und lassen ihn zehn Minuten ziehen. Dann ist er auch etwas abgekühlt. Geschmacklich finden wir den schonmal nicht schlecht. Er ist sehr mild und hat keinen herben Unterton. Aber von der Vanille merken wir leider nichts. Die zitronige Note kommt sehr zum Vorschein, weshalb wir 8 von 10 Punkten vergeben.

 

 

 

 

Emily®

In diesem Tee finden wir auf der Zutatenliste Honeybush, Sahne-Karamellstücke, Aroma, Erdbeerstücke und Erdbeerblätter. Bei aromatisierten Tees sind wir immer skeptisch. Da gibt’s oft einen komischen Nachgeschmack und eine pelzige Zunge. Das war hier aber nicht der Fall. Der Tee enthält zwar Erdbeeren, schmeckt aber eher weihnachtlich und sehr nach Karamell. Die süßliche Mischung ist recht gelungen und wir vergeben 8 von 10 Punkten.

 

 

 

 

 

Naturstoffwechsel

Mit 9,80 € pro Dose ist Naturstoffwechsel ein Tee von der teurerern Sorte. Jedoch hat man von der 120 Gramm-Dose auch länger etwas. Dies ist ein Grüntee mit Ingwer, Zitronenstücken, Chiliflocken, Matchapulver, schwarzem Pfeffer, Sonnenblumenblüten, Aroma und ZItronenöl. Der Tee muss diesmal mit 80°C heißem Wasser aufgebrüht werden und soll dann zwei Minuten ziehen. Die Schärfe spürt man erst nach einiger Zeit. Hier finden wir, schmeckt der Tee einfach nach Kräutertee und Matcha. Ist nicht ganz unser Fall und bekommt 6 von 10 Punkten.
Grüner Tee kurbelt bekanntlich den Stoffwechsel an, macht wach und frisch. Wer also auf Kombinationen mit zwei Sorten grünen Tee steht, der ist hier richtig.

 

Grüner Rooibos Limone Ingwer

Oh. Mein. Gott. Wie geil riecht denn bitte dieser Tee? Der Grüne Rooibos Limone Ingwer riecht beim Öffnen der Verpackung extrem nach Sommer. Da befällt uns kurz die winterliche Schwermut. Noch ein paar Monate warten, dann können wir den als Eistee genießen! Jetzt erstmal aufbrühen. Und ja, dieser Tee ist unser neuer Lieblingstee. Die zitronige Note ist umwerfend, in Kombination mit unfermentiertem grünen Rooibos und Ingwerstückchen, Orangenschalen und Ringelblumen ein Gedicht eines Tees. So schmeckt einfach der Sommer. Im Nachgang spüren wir eine leichte Schärfe durch den Ingwer. 10 von 10 Punkten.

 

Zum Glücklichsein

Noch so ein Tee, der uns begeistert. Enthalten in dieser Teemischung sind Melissenblätter, Apfelminze, Pfefferminzkraut, Ringelblumenblüten, blaue Malvenblüten und Kornblumenblüten. Mmmh, leckere Minze ist immer gut 🙂 Die Vorfreude auf diesen Tee wächst schon beim Lesen der Zutaten. Einfach mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen, zehn Minuten warten und dann belebt einen schon der leckere minzige Duft bevor es zum ersten Schluck kommt. Die Teemischung ist natürlich recht klassisch, was uns jedoch gut gefällt. Ab und zu mag man ja die schlichten Tees trinken. Hier schmecken wir deutlich die Melisse und Minze heraus. Großartige Kombination, einfach „Zum Glücklichsein“! 10 von 10 Punkten.

 

 

 

Naturrein

Eine Mischung aus weißem Tee, Lemongras, Ananasstücken, Pfefferminze, Lindenblüten, Moringa, Birkenblättern und Brennesselblättern. Hier ist alles außer der Moringa aus biologischem Anbau. Beim ersten Schnüffeln finden wir, dass der Tee nach Heu riecht. Ein Blick auf die Webseite verrät uns, dass der Tee vom Ernährungsexperten Dr. Ingo Froböse entwickelt wurde. Auch hier schmeißen wir wieder den Wasserkocher an und lassen den Tee dann zehn Minuten ziehen. Wir sind gespannt, was Herr Froböse da kreiert hat. Deutlich sticht das Lemongras hervor, was uns an Tees in asiatischen Restaurants erinnert. Auch ein wenig bitter finden wir den und vergeben 7 von 10 Punkten.

 

Marani®

Was für eine bildschöne Teemischung. Chinesischer Grüntee wechselt sich ab mit gelben Sonnenblumen-, roten Rosenblumen- und blauen Kornblumenblüten und einem Aroma. Heraus kommt dabei Marani®, der wirklich sehr fruchtig riecht. Aber nach welcher Frucht? Wir überlegen und kosten lange, bis wir darauf kommen. Dann fällt der Groschen. Passionsfrucht oder Mango müssen es sein. Auf jeden Fall schmeckt er so exotisch, dass man von den anderen Zutaten nicht mehr mitbekommt. Der Tee gefällt und bekommt 8 von 10 Punkten.

Feige-Rosé

Ach du je! Das wird ja immer schöner. Wenn wir Marani® schon hübsch fanden, rein optisch gesehen, dann ist Feige-Rosé das Topmodel unter den Teesorten. In dieser Mischung finden wir ganze Rosenknospen, Hibiskus- und Rosenblüten, Feigenscheiben und Stückchen von Äpfeln, Feigen, Ananas und Mandeln. Außerdem ist hier rote Bete drin und mal wieder ein Aroma. Zugegeben, diese Aroma-Geschichten trüben etwas das Bild von frischem, absolut natürlichem Tee. Dennoch haben wir den Tee gekostet und müssen sagen – wir haben uns geirrt! Erstmal riecht er krass nach Glühwein oder Punsch. Auf jeden Fall nach sehr weihnachtlichen Gewürzen. Und dann der Geschmack! Es ist kaum auszuhalten, so lecker ist der. Extrem fruchtig, aber nicht süß, bitter oder herb. Einfach intensiv vollmundig und angenehm. Den wählen wir hiermit zu unserem neuen Lieblingstee. Da muss der Grüne Roobos Limone Ingwer leider den Rang abtreten. Feige-Rosé bekommt von uns 20 von 10 Punkten. 😉

Heiß und innig®

Beim Öffnen der Packung vernehmen wir einen intensiven Fruchtgeruch. Aber kann der jetzt noch mit den bisher getesteten Früchtetees mithalten? Probieren wir mal. Enthalten sind Apfelstückchen, Hagebuttenschalen, Hibiskusblüten, Holunderbeeren, Aroma, gefriergetrocknete Erdbeer- und Himbeerstückchen, Erdbeerblätter, und Vanillestückchen. Das Aufbrühen verleiht dem Getränk eine tiefrote Farbe. Geschmacklich ist die Erdbeere deutlich wahrzunehmen. Leider ist Vanille wieder nicht zu schmecken. Dennoch ist das ein solider Tee, der sich mit Sicherheit auch eisgekühlt genießen lässt. Er bekommt von uns 8 von 10 Punkten.

Erdbeer-Moringa

Der letzte Tee im großen Teetest und wieder erwartet uns ein erdbeerig-fruchtiger bunter Tee aus Apfelstücken, Hagebutten- und Orangenschalen, Hibiskusblüten, roter Bete, Moringablättern, Erdbeerstücken, natürlichem Aroma, Erdbeer-, Orangenscheiben, Sonnenblumenblüten und dem Säuerungsmittel Zitronensäure. Ganz so gut wie sein Vorgänger gefällt uns Erdbeer-Moringa leider nicht, obwohl die natürlichen Zutaten zuversichtlich stimmten. Wir finden ihn durch das zugesetzte Säuerungsmittel etwas zu sauer und vergeben hier 7 von 10 Punkten.

Wenn uns jetzt nicht endlich warm ist, dann kann man uns auch nicht mehr helfen. Wir fanden viele der Sorten ausgesprochen lecker und würden die jederzeit wieder trinken und nachkaufen. Nicht zuletzt der weihnachtliche Feige-Rosé, der sommerliche Grüner Rooibos Limone Ingwer und auch der minzige Zum Glücklichsein waren mehr als lecker und werden sicherlich am schnellsten aufgebraucht sein. Aber auch die anderen Teekreationen haben uns im Großen und Ganzen sehr gefallen. Punkte und Geschmäcker sind ja relativ, von daher ist sicherlich für jeden Teefan etwas dabei. Auf der Webseite kann man das unglaublich große Angebot von TeeGschwendner genauer unter die Lupe nehmen und auch bestellen. Preislich liegen die Teesorten im mittleren Bereich. Mit ca. vier Euro aufwärts muss man schon bei einer Packung Tee rechnen. Das kommt natürlich ganz auf Anbau, Verarbeitung und auch auf die Pflücker an. Denn je sorgfältiger gepflückt wird, umso hochwertiger ist die Qualität des Tees. Die Qualitätskontrollen stehen bei TeeGschwendner an oberster Stelle, zudem sind sie darauf bedacht, die Teepflücker und -bauern anständig zu entlohnen.

TeeGschwendner berichtete uns bezüglich des Einsatzes von Aromen, dass der Hersteller ausschließlich natürliche und naturidentische Aromen verwende. Außerdem sei der Einsatz vom künstlichen Aromen im Tee verboten. Des Weiteren würden natürliche Aromen durch Trocknen, Rösten oder Fermentieren erzielt. Bei naturidentischen Aromen handele es sich um synthetisch nachgebaute Aromen, die mit den natürlichen Aromen identisch seien. (Quelle: persönliche Korrespondenz vom 04.12.2017)

Um eine kostenlose Teeprobe bei eurer Bestellung über die TeeGschwendner-Webseite zu erhalten, gebt einfach „FDDB“ im Kommentarfeld bei der Bestellung ein. Prost! 🙂

Wer noch mehr über Tee erfahren möchte, dem sei auch die FAQ-Seite von TeeGschwendner ans Herz gelegt.

Welche Tees sind eure Lieblingssorten? Mögt ihr es lieber klassisch oder begebt ihr euch gerne mal in neue Gefilde und probiert andere Sorten?

Hinweis: Die Produkte wurden uns freundlicherweise von der Firma TeeGschwendner kostenlos zur Verfügung gestellt.

Fotos: Fddb