Ernährungsformen im Test

Unsere Kolleginnen und Kollegen aus den Redaktionen der Women’s Health und Men’s Health hatten Appetit auf etwas Neues und haben ihre Ernährung für ein paar Wochen komplett umgestellt – von 8-Stunden-Diät bis Fasten. Hier verraten sie Dir, welche Ernährungsformen sie wirklich empfehlen können und wovon Du besser die Finger lassen solltest.

A) Intermittierendes Fasten

So funktioniert intermittierendes Fasten: Bei dieser flexiblen Art des Fastens wird abwechselnd gegessen und gefastet. Am Fasten-Tag sind Wasser, Tee, Brühe und ein Glas Wein erlaubt, am darauf folgenden Ess-Tag darf man essen, was man will – man sollte sich nur nicht überfressen. Intermittierendes Fasten kann man auch über längere Zeit durchführen, da es durch viele gesundheitliche Vorteile unter anderem das Leben verlängern soll.

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Fenja, Praktikantin im Food-Ressort beider Redaktionen, probierte intermittierendes Fasten acht Wochen lang aus. Hier kommt ihr Erfahrungsbericht:

Der erste Fasten-Tag beginnt mit gemischten Gefühlen. Puh, halte ich es durch, den ganzen Tag nichts zu essen? Es fällt mir ja schon schwer, das Frühstück auszulassen. Der Hunger steigert sich den Tag über und ich habe ein Riesenloch im Bauch. Noch schlimmer: Um 16 Uhr sitze ich völlig benommen und fröstelnd auf meinem Bürostuhl – nichts geht mehr! Abends gönne ich mir das erlaubte Glas Wein, doch schon nach dem ersten Schluck auf leeren Magen wird mir schlecht. Das geht ja gut los.

Am nächsten Morgen sieht die Welt schon ganz anders aus: Hurra, endlich wieder essen! Gleich mehrere Käsebrote verschlinge ich in Rekordzeit. Und so geht das bis zum Nachmittag weiter. Ich freue mich so sehr darüber, wieder essen zu dürfen, dass ich alles futtere, was mir in die Hände fällt. Mein Körper scheint alles reinholen zu wollen, was ihm am Tag zuvor verwehrt wurde. Im Verlauf der folgenden Wochen gewöhne ich mich nur schwer an den Fasten-Essen-Rhythmus. Den Hunger lerne ich auszuhalten, aber mein Kopf spielt nicht mit. Ständig bin ich müde und unkonzentriert. An den Esstagen futtere ich zu viel und fühle mich dann schlecht. Das einzig positive: Ich schlafe sehr gut.

Fazit: Mickrige 2 Kilo habe ich abgenommen, das schafft man mit „spaßigeren“ Diäten auch. Und: Was gesunde Ernährung bedeutet und wie viel Lust die machen kann, lernt man nicht, wenn man sich an einem Tag vollstopft und am nächsten Tag nichts isst. Nicht zu empfehlen!

Link-Tipp: Wie gesund ist Fasten wirklich?

B) LOGI

So funktioniert das LOGI-Prinzip: LOGI steht für „Low glycemic and insulinemic diet“ und gehört zu den Low Carb-Diäten. Dabei werden hauptsächlich kohlenhydratarme Lebensmittel gegessen, die den Blutzuckerspiegel nicht blitzartig steigen lassen und sich so positiv auf den Insulinwert auswirken. Steigt der Blutzuckerspiegel sehr schnell an, führt das zu starker Insulinausschüttung. Fällt der Spiegel dann zu schnell ab, kriegt man Heißhunger – und futtert neue Kohlenhydrate. Dem soll LOGI nun durch die Auswahl der richtigen Lebensmittel vorbeugen.

Jens ist Produktmanager bei Men’s Health und strich Brot, Reis & Co. vom Speiseplan. logi-klein

Mit der Umstellung kam ich überraschend gut klar. Auf Grund des höheren Fleischkonsums muss ich allerdings während der Ernährungsumstellung penibel auf die Säure-Basen-Bilanz achten. Mindestens die Hälfte meiner Mahlzeiten besteht deshalb aus Gemüse und ein bisschen Obst. Und was soll ich sagen? Es wirkt! Ich stelle fest, dass ich nun nach dem Mittagessen viel fitter bin als vorher. Am meisten wundert mich jedoch, wie leicht ich auf Kohlenhydrate verzichten kann. Selbst meine geliebte Cola und Süßigkeiten sind kein Problem. Am Ende der 4 Wochen bringe ich satte 4,5 Kilo weniger auf die Waage. Doch ich merke auch, dass sich der Körper mit der Zeit daran gewöhnt, ich nicht mehr so fix wie vorher an Gewicht verliere.

Fazit: Ich habe viele neue Aspekte kennengelernt und werde einen Teil davon auch beibehalten. Wenn ich aber Lust auf Kohlenhydrate habe, werde ich auch welche essen.

Link-Tipp: Noch mehr Infos zur LOGI-Diät plus viele leckere Rezepte gibt es hier.

C) Die 8-Stunden-Diät

So funktioniert die 8-Stunden-Diät: Man darf 8 Stunden lang essen (theoretisch was man will), dann wird 16 Stunden gefastet.  Das Essenszeitfenster kann individuell gewählt werden (z.B. 8 bis 16 Uhr oder 11 bis 19 Uhr) Außerdem soll jede Mahlzeit Proteine und gesunde Fette enthalten, auch Vollkornprodukte sowie Obst und Gemüse sind erlaubt. Jeder Tag startet darüber hinaus mit einem 8 Minuten-Workout. Die Kombi aus Ernährung und Sport soll den Körper schlank, energiegeladen und fit machen. Eine „Diät“ ist die 8-Stunden-Diät übrigens nicht zwangsläufig, sie ist auch eine Form der Ernährung, die man über einen längeren Zeitraum durchführen kann, ohne abzumagern.

8-stunden-kleinJuliane Hemmerling, Fitness-Redakteurin bei Women’s Health, testete die 8-Stunden-Diät. Wie es ihr die 8 Wochen ergangen ist, liest Du hier:

Tag 1 beginnt mit Hunger, da ich mich entschieden habe spät zu frühstücken um abends essen zu können. Meine übliche Laufrunde zum Wachwerden wird schnell zur Ausnahme, das anschließende Frühstück entfällt. Die vielen Stunden von der letzten Mahlzeit am Vorabend und das lange Warten bis zum Frühstück ist eine echte Herausforderung. Tipp: Etwas länger schlafen und richtig viel trinken. Schlaf überbrückt sehr angenehm das Warten bis zum Essen. Ich fühle mich grundsätzlich gut – wenn auch mit Hungerast am Morgen die Laune teilweise etwas weniger strahlend ist als sonst. Die Mittagspause wird für mich zur optimalen Trainingszeit, denn auch abends geht nichts mehr – oder die letzte Mahlzeit für die nächsten 16 Stunden würde zu Gunsten einer Trainingseinheit entfallen.

Die Wochen vergehen… und ich habe morgens Hunger, esse abends zu viel und ziehe nur noch mein Mittags-Workout durch. Bei pünktlichem Feierabend schaffe ich mein Abendessen im Zeitfenster, doch spontane Verabredungen zum Essen mit Freunden kann ich knicken. Obwohl das Laufen zunehmend ganz ausfällt, fühle ich mich gut. Und nach rund einem Monat habe ich mich an den neuen Alltag gewöhnt und habe das Gefühl, dass ich tatsächlich wieder gelernt habe auf mein Hungergefühl zu hören.

Fazit: Nach 8 Wochen bleibt für mich hängen: Ich esse tatsächlich nur, wenn ich echten Hunger habe. Das ist gut. Ein flexibler Trainingsplan und eine entspannte Freizeitgestaltung ist mir mehr wert, als dass ich mich weiterhin an ein 8-Stunden-Essenszeitfenster halten mag. Nicht zu empfehlen.

Auch die Jungs der Men’s Health-Redaktion haben die 8-Stunden-Diät genauer unter die Lupe genommen. Zu welchem Fazit sie gekommen sind, liest Du hier.

Merke: Ernährung ist so individuell wie der eigene Fingerabdruck, und die eine – die „richtige“ Ernährungsform – die für alle Menschen optimal ist, gibt’s nicht. Die Empfehlungen wechseln nämlich ähnlich schnell wie Modetrends, und so, wie eben nicht jeder alles tragen kann, sollte auch nicht jeder alles essen. Ob Du abnehmen oder leistungsfähiger und fitter werden willst, für alles und jeden gibt’s geeignete Food-Strategien und passende Ernährungsformen. Vielleicht ist eine der getesteten ja Dein Schlüssel dazu. Noch mehr Ernährungsformen im Test gibt es übrigens hier:

>>> Vegan, Clean Eating & Co.: Die Men’s Health-Redaktion testet sich durch
>>> Paleo-Diät im Selbstversuch

 

>>> Makrobiotische Ernährung, TCM-Diäthetik & vegane Rohkost: Die Mädels von Women’s Health testen exotische Ernährungsformen

One comment

  1. Wittmacher, Christine sagt:

    Hallo, ich habe mit Logi keine gute Erfahrung gemacht, meine Fettwerte sind angestiegen. Habe es 3 Wochen probiert.