Gesund abnehmen ohne Jojo Effekt

Ein Fddb User beschrieb einst ganz treffend, wie es sich gesund und leicht in Zahlen abnehmen lässt. Hier fassen wir noch einmal zusammen, was in der damaligen „Zauberformel“ für Erfolgsaussichten sprach:

Wenn wir abnehmen wollen, benötigen wir eine negative Energiebilanz. Das bedeutet, wir müssen mehr Kalorien verbrauchen (Sport, Diät) als aufnehmen (Essen). Dabei sollte jedoch der Grundbedarf immer gedeckt sein.

Der Jojo Effekt

Der Mensch benötigt im Durchschnitt 2000 kcal am Tag. Unsere Wohlstandsgesellschaft erlaubt es uns jedoch, viel mehr zu essen. Zum Beispiel 2100 oder 2200 kcal pro Tag. Dadurch kommt es, langfristig betrachtet, zu Übergewicht und Fettansammlungen, besonders am Bauch (Männer) und oft an Beinen, Po und Armen (Frauen). Dann wollen wir abnehmen und beginnen eine Diät. Wir nehmen uns vor, 500 kcal am Tag einzusparen und essen nur noch 1500 kcal pro Tag. Zunächst klappt das mit dem Abnehmen ganz gut. Ein halbes Kilo verlieren wir in einigen Tagen. Doch dann verlangsamt sich die Abnahme und plötzlich stagniert das Gewicht. Wir nehmen einfach nicht mehr ab. Warum? Der Körper denkt aufgrund der dauerhaft niedrigeren Energiezufuhr, dass er verhungern muss und verlangsamt deswegen den Stoffwechsel und baut Muskelmasse ab, um genau diesen die Nährstoffe zu entziehen. Damit sichert er sich sein Überleben und sorgt dafür, dass wir mit einem niedrigeren Tagesbedarf, nämlich 1500 kcal (und nicht mehr 2000 kcal) auskommen.

Da wir aber weiter abnehmen möchten, sparen wir nun noch mehr Kalorien ein und essen jetzt nur noch 1250 kcal am Tag. Das funktioniert eine Weile, bis das Gewicht wieder stehenbleibt. Der Körper passt seinen Energiehaushalt wieder an. Es wird noch mehr Muskelmasse abgebaut, der Blutdruck sinkt, die Konzentration nimmt ab und wir sind dauermüde. Die Leistungsfähigkeit des Körpers wird rapide herabgesetzt, während der Körper, trotz Übergewicht, offenbar ums Überleben kämpft.

Um den Stillstand zu überwinden, sparen wir also weitere 250 kcal am Tag ein und essen jetzt nicht mehr 1250 kcal am Tag, sondern 1000 kcal. Das ist bereits ein Kaloriendefizit von 50 %. Mittlerweile haben wir einen Nährstoffmangel, weil wir mit 1000 kcal am Tag nicht in der Lage sind, alle wichtigen Makro- und Mikronährstoffe vollständig aufzunehmen. Weil der Körper bereits Muskelmasse abgebaut und den Stoffwechsel erheblich reduziert hat, kommt er nun mit 1000 kcal am Tag aus, wir nehmen aber nicht mehr ab.

An diesem Punkt endet dann entweder die Diät, weil wir sie entnervt und gefrustet sein lassen und nun wieder 2000 kcal oder mehr am Tag essen. Dadurch sind die bereits verlorenen Kilos jedoch schnell wieder drauf. Das ist dann der so genannte Jojo Effekt.
Oder wir essen gar nichts mehr, was dem Körper eindeutig das Signal gibt, zu verhungern. Dadurch bedient er sich für Nährstoffe an Organen, Knochen und Muskulatur. Er frisst sich also selbst, was letztendlich irgendwann zum Tod führt.

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Typischer Jojo Effekt

Nehmen wir an, wir essen wieder wie vorher, so bekommen wir einen plötzlichen Kalorienüberschuss von 1200 kcal, weil wir wieder 2200 kcal am Tag essen und nicht mehr 1000. Die Muskelmasse ist aber weg, die Fettzellen werden dafür wieder aufgefüllt. Früher konnten wir mit 2000 kcal am Tag unser Gewicht halten. Jetzt nehmen wir mit dieser Kalorienzahl an Gewicht zu.

Wie nehmen wir gesund ab?

Erst einmal muss uns klar sein, dass der Körper bei Diäten immer Muskelmasse abbaut, außer man fordert ihn konsequent mit hartem Krafttraining. Wenn wir das tun, müssen wir unserem Körper die Nährstoffe, die für den Erhalt der Muskelmasse von Bedeutung sind, in erhöhter Form zuführen. Wir müssen also unseren Proteinbedarf bei Diäten sogar erhöhen und keinesfalls verringern. Ansonsten zieht der Körper Energie aus Proteinen für die Energiegewinnung. Um das zu vermeiden und Muskelmasse aufzubauen, muss dem Körper also erhöht Protein über die Nahrung zugeführt werden. fddb tasche beutel

Als zweites sollte uns bewusst sein, dass der Körper in der Abnahme bei einem stets gleichbleibendem Kaloriendefizit immer stagnieren wird und den Stoffwechsel anpasst. Je größer das Defizit, umso mehr fühlt sich der Körper in seinem Überleben bedroht. Deswegen sollte man das Kaloriendefizit eher gering halten und beispielsweise öfter einmal die vielgeschätzte 80 %-Regel befolgen. Das bedeutet, dass man 80 % seines Tagesbedarfs zu sich nimmt.

Außerdem müssen wir immer den Grundumsatz zu uns nehmen. Der Grundumsatz ist der Kalorienbedarf, den wir für den Erhalt aller lebenswichtigen Funktionen des Körpers benötigen, wenn wir im Ruhezustand sind. Das heißt, alle Organe, das Gehirn, die Muskeln benötigen definitiv diesen Grundumsatz, um korrekt funktionieren zu können. Nehmen wir weniger als den Grundumsatz zu uns (zum Beispiel 1000 kcal), erkennt der Körper das als lebensbedrohlichen Zustand und schaltet bald wieder auf Sparflamme, zieht die Energie aus Muskulatur und irgendwann aus den Organen.

Den Grundumsatz könnt ihr hier berechnen.

Wie nehmen wir ab ohne Jojo Effekt? Wie erhalten wir unsere körperliche Leistungsfähigkeit in einer Diät?

Wir müssen unserem Körper verdeutlichen, dass er die Energie beim Abnehmen nicht aus der Muskulatur nutzen soll, sondern die Muskelmasse erhalten bleiben muss. Dafür suchen wir uns einen Sport, der uns gefällt und den wir mindestens zwei Mal in der Woche für jeweils eine Stunde betreiben. Das könnte zum Beispiel sein: Joggen, Cycling/Spinning, Zumba, Jumping Fitness, Crosstrainer, Aerobic, Fahrradfahren, Schwimmen, Klettern, Tanzen.

Wieviele Kalorien euer Lieblingssport verbrennt, erfahrt ihr in der Aktivitätenliste von Fddb.

Menschen, die bereits im Beruf sehr viele Kalorien verbrennen, können auf zusätzlichen Sport verzichten.

Wir müssen unserem Körper klar machen, dass wir uns nicht in Lebensgefahr befinden und essen täglich mindestens unseren Grundumsatz. Ein längerfristiges Unterschreiten des Grundumsatzes wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus und das Gewicht wird stagnieren.

Wir variieren das Kaloriendefizit und wählen nicht Tag für Tag und Woche für Woche das gleiche Defizit. Dadurch wird sich der Körper nicht auf eine Energiemenge einstellen und der Stoffwechsel wird nicht verringert. Der Körper wird dann wissen, dass wir uns nicht in einer Hungersnot befinden.

So könnte unser Wochenplan aussehen:

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Oder, wem es gefällt, so:

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Oder so:

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Fddb hilft euch natürlich dabei, eure Kaloriendefizite im Blick zu behalten. In eurem Ernährungstagebuch könnt ihr ganz genau nachvollziehen, wieviel Prozent des Tagesbedarfs ihr zu euch genommen habt.

Und nun: Gewicht halten

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Mit der Waage das Gewicht im Blick

Auch nach dem Erreichen des Wunschgewichtes, sollten wir nicht wieder in alte Muster zurückfallen und 2200 kcal zu uns nehmen. Dadurch würden wir langsam wieder zunehmen. Die Energiebilanz muss sich einpendeln. Mit regelmäßigen Sport- und Wiegetagen behalten wir das Gewicht im Blick. Natürlich hilft euch das Fddb Ernährungstagebuch auch hierbei. Mit dem Eintragen eurer Lebensmittel habt ihr immer einen Überblick über eure Energiezufuhr.

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Avocados enthalten gesunde Fette.

Der Körper benötigt zum Überleben Proteine und Fette aus der Nahrung. Fettsäuren kann er nicht selbst herstellen und Proteine sind wichtig für den Muskelmasseerhalt.
Für die meisten von uns werden 0,8 g Protein/kg Körpergewicht empfohlen und 0,5 bis 1 g Fett/kg Körpergewicht. Für Sportler gelten andere Richtwerte, wobei besonders auf das Protein geachtet werden sollte. Leistungssportler sollten dafür einen Arzt befragen.
Kohlenhydrate sind für unseren Körper ein guter und schneller Energielieferant. Da wir auf Proteine nicht verzichten sollten und Fette ebenso wichtig sind, müssten wir, um das tägliche Kaloriendefizit einzuhalten, etwas mehr auf Kohlenhydrate verzichten. Mehr Infos zur Low Carb Ernährung gibt es in unserem Wissen-Bereich und viele Fragen dazu wurden bereits in unserem Fddb-Fragenarchiv beantwortet.
Wie erwähnt haben Sportler, die regelmäßig und intensiv trainieren, einen höheren Bedarf an Makronährstoffen und sollten dementsprechend auch mehr davon zu sich nehmen.

Proteinreiche Nahrungsmittel sind zum Beispiel Fleisch, Milchprodukte, Fisch, Eier, aber auch pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse oder Getreide.

Besonders gesunde Fetten finden wir in Leinöl, Kokosöl, Olivenöl, Fisch, Nüssen, Avocados und zahlreichen weiteren Lebensmitteln.

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Erdnüsse

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Milchprodukte

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und Eier sind gute Proteinlieferanten

 

 

 

 

 

 

 

Hier noch einmal zusammengefasst:

– mindestens den Grundumsatz essen
– Sport treiben (mind. 2 Stunden pro Woche)
– Kaloriendefizit täglich variieren
– Proteine (0,8 g/kg KG) und Fette (0,5-1 g/kg KG) essen, ggf. Kohlenhydratanteil reduzieren

 

Wir wünschen euch viel Erfolg. Teilt uns diese gerne in den Kommentaren oder per Kontaktformular oder E-Mail mit!

15 comments

  1. Oh! Die Variation des Kaloriendefizits ist interessant… Das habe ich noch nie so gesehen. Würde das evtl. auch eine Stagnation der Abnahme verhindern?

    • Farbenbunt sagt:

      Caroline, wenn du den obigen Artikel gelesen hast, dann erübrigt sich eigentlich deine Frage.

  2. Fledermiez sagt:

    Der Körper geht auf Sparflamme und reduziert den Stoffwechsel erheblich, so dass mit 1000 kcal am Tag auskommt und man nicht mehr abnimmt? Ist das in Studien belegt?

    M.W. gibt es den Jojo-Effekt nicht. Er ist ein Mythos. So weit, wie hier geschrieben, geht der Körper NICHT auf Sparflamme.

    Ich bin ENTSETZT, das auf FDDB ein solcher Unsinn verbreitet wird.

    Buchtip: FETTLOGIK ÜBERWINDEN

    • Lila Socke sagt:

      Nun ja, das Buch „Fettlogik überwinden“ ist auch nicht unumstritten. 😉

  3. nessii sagt:

    Der Text ist in sich widersprüchlich. Es wird gesagt, wenn ich 1.500kcal zu mir nehme, passt der Körper den Stoffwechsel an und verbraucht dann auch nur noch 1.500kcal. Wenn ich dann runtergehe auf 1.250kcal, fährt er wieder runter, bis er nur noch 1.250kcal verbraucht usw.
    Was genau schützt den Körper jetzt davor, bei 80% nicht auch den Stoffwechsel „runterzufahren“? Für die Matheschwachen: 80% von 2.000kcal sind 1.600kcal. Da sollte er doch auch „denken, dass er verhungern muss“, oder nicht? Die 100kcal Unterschied wird er kaum merken. Ist also unlogisch, was da an tollen Rechenbeispielen steht.

    Aber natürlich ist inzwischen bekannt, dass der Stoffwechsel nicht einfach mal so „runterfahren“ kann. Wo soll der auch bitte schön mal eben Hunderte von Kalorien einsparen? Die Organe wollen versorgt werden, der Körper muss seine Körpertemperatur halten… Und das tut er auch, wenn er weniger Energie zugeführt bekommt. Man muss eben mehr darauf achten, dass man alle wichtigen Nährstoffe zuführt oder bei Bedarf supplementiert. Aber nur, weil ich eine Kalorienzahl von X aufnehme, heißt das noch lange nicht, dass ich deswegen alle Nährstoffe aufnehme, die ich brauche. Qualität geht vor Quantität.

    Ja, es wird beim Abnehmen Muskelmasse abgebaut. Das liegt aber an zwei separaten Effekten. Zum einen ist unser Körper effizient und baut die Muskeln ab, die er nicht braucht. Und wenn man 20kg abnimmt, braucht der Körper entsprechend weniger Kraft, um sich von A nach B zu bewegen. Zum zweiten achten viele Leute wirklich nicht auf ihren Proteinzufuhr oder machen – so wie ihr es hier ja auch vorgeschlagen habt – nur Cardio. Letzteres verbrennt zwar super Kalorien, hilft aber eben kaum dabei, Muskeln zu erhalten. Dafür muss man Krafttraining betreiben.
    Aber der Körper baut sicher nicht als erstes Muskeln ab, auch wenn er sie noch bräuchte. Wäre auch doof aus Steinzeitsicht, wenn der Neanderthaler sich vollfrisst, weil eine erfolgreiche Jagd war, er dann eine Woche wenig isst und dann plötzlich alle Muskeln weg sind, wenn er das nächste Mammut erlegen will. Fettspeicher sind als Energiespeicher gedacht und die greift der Körper auch an, wenn die zugeführte Energie nicht ausreicht.

    Von daher wäre es schön, wenn nicht auch noch hier solche Altweiberweisheiten verbreitet werden, die größtenteils auf Fehlschlüssen beruhen. Auch muss man sich die Studienlage hier genau ansehen, zu viele davon beruhen auf Selbstauskünften und Menschen sind einfach schlecht darin, ihre Kalorienaufnahme und den entsprechenden Verbrauch zu schätzen. Mit objektiven Messungen kommt man auf das, was man erwarten würde: Wer weniger isst, als er verbraucht, nimmt ab. Der Stoffwechsel passt sich nur soweit an, wie es im Rahmen des Gewichtsverlusts zu erwarten ist.

    • paeonia sagt:

      nessii

      Danke für deine Antwort auf den auch von mir nicht für sonderlich gut befundenen FDDB-Blog-Beitrag.

  4. hadit sagt:

    Leider wärmt der Text nur die bekannten Annahmen auf. Ich möchte einige Gedanken zu diesem Thema ergänzen.

    Über viele Jahre konnte ich beobachten, dass Menschen durch das Reden über Jo-Jo-Effekte und Notbetrieb des Stoffwechsels dermaßen verunsichert wurden, dass sie ihre Kalorienzufuhr so weit hochgeschraubt haben, dass ein Abnehmen sehr schwer und nur über sehr sehr lange Zeit möglich war.

    Meine Beobachtung hierzu ist, dass es problemloser ist, mit einem sehr großen Defizit als mit einem geringen abzunehmen. Das möchte ich kurz begründen:
    Der Körper lagert überschüssige Energie in den Fettzellen ein, um in Situationen, in denen die Energiezufuhr durch Makronährstoffe nicht ausreicht, auf diese zurückzugreifen. Wenn jemand weniger Kalorien zu sich nimmt als er benötigt, greift der Körper auf diese Reserven zurück. Denn genau dafür sind diese Reserven dar. Ein lebensbedrohlicher Zustand ist das aber solange nicht, wie der Körper auf Fettreserven zurückgreifen kann. Erst wenn ein Mensch unter 10-8% KFA hat, schaltet der Körper runter, da er vorher problemlos aus den Energiespeichern (Fettzellen) schöpfen kann. Es wäre ja unsinnig, wenn der Körper überschüssige Energie in den Fettzellen speichert und diese dann bei einem großen Kaloriendefizit ignoriert und auf die Muskeln zugreift, in denen er gar keine Energiespeicher angelegt hat. Deshalb werden auch nicht generell Muskeln abgebaut.

    Muskeln werden vom Körper dann abgebaut, wenn sie nicht benötigt werden. Wenn jemand ein halbes Jahr kein Krafttraining macht, wird sein Körper die Muskeln abbauen, weil er sie nicht benötigt. Mit der Diät hat es erstmal nichts zu tun. Es gibt genügend Leute, die wenn sie Anfänger im Krafttraining sind, Muskelmasse aufbauen und gleichzeitig Körperfett verlieren. Der Erhalt der Muskeln und der Aufbau führt zu einem erhöhten Energieumsatz, der sich positiv auf die Diät auswirkt. Wenn also Muskeln abgebaut werden, liegt es nicht an der Diät, sondern an der Inaktivität der Leute. Wo der Muskel benötigt wird, gibt es keinen Muskelabbau.

    Viele Menschen haben mit einem großen Kaloriendefizit gute Erfahrungen gemacht. Einen Joao-Effekt gibt es dann, wenn sich die Menschen nach den gleichen Gewohnheiten wie vor der Diät ernähren und wenn sie davon ausgehen, dass sie noch ihren alten Grundumsatz hätten. Das passiert Menschen, die langsam abnehmen, genauso wie Menschen, die schnell abnehmen. Wer nämlich 20 kg abnimmt, kann schon einmal einen um 800 kcal reduzierten Grundumsatz haben. Dieser entspricht dem Grundumsatz eines Menschen mit dem neuen Gewicht, unabhängig davon, ob er abgenommen hat oder nicht. Wenn ich also mit 2400 kcal Grundumsatz starte, kann ich nach der 20 kg Diät nicht essen, als hätte ich immer noch 2400 kcal, sondern muss dann von einem Grundumsatz von 1800 kcal ausgehen und das in meiner Ernährung berücksichtigen.

    Zahlen sind ungenau! Kein Mensch weiß 100%, wie sein Tagesumsatz ist. Es sind allgemeine Schätzungen. Wenn meine Formel errechnet, dass einen Tagesumsatz von 2800 kcal habe, weil ich einer beruflichen Tätigkeit nachgehe, die normalschwer ist, was ist dann mein Tagesumsatz am Sonntag? Spart jemand mit einem Tagesumsatz von 2800 kcal m Sonntag 300kcal von diesem Tagesumsatz ausgehend ein, hat er u.u. sogar einen Überschuss, weil er am Sonntag seiner Tätigkeit nicht nachgeht, sondern sich den Tag über entspannt und einen Tagesumsatz von 2300 kcal hat. Wer hier mit einem großen Kaloriendefizit von z.b. 1000 kcal fährt, ist eher auf der sicheren Seite.

    Das Defizit ist generell dynamisch. Wir verbrauchen jeden Tag mehr oder weniger Energie. Daher ist in jeder Diät das Defizit generell dynamisch und muss nicht künstlich variiert werden. Ich kann jedem Menschen nur empfehlen, sich nicht zu sehr verunsichern zu lassen. Ein großzügiges Defizit und nicht Angst haben, mal zu wenig zu essen. Dann klappt es auch mit dem Abnehmen.

  5. Michael Kling sagt:

    Hallo

    Meine erfolgreiche Abnehmstrategie sieht erheblich anders aus als in dem Artikel beschrieben.
    – Defizit unter Grundumsatz
    – Viele KH, wenig Fette.
    – ausreichend Protein und essentielle Nährstoffe
    – eher konstantes Kaloriendefizit. von knapp 1000 kcal/Tag
    – Mehr Kardiosport (wg Bluthochdruckbekämpfung)

    Seit 5 Monaten sind weder Anzeichen eines heruntergefahrenen Stoffwechsels noch von Mangelernährung zu erkennen. Der Körperfettanteil nimmt kontinuierlich ab (gemessen per Navy-Methode) und auf 33 abgebaute Kilos Fett kommen ca. 4 Kilo abgebaute Muskeln. Der Muskelabbau ist logisch dadurch zu erklären, dass der Körper signifikant weniger Gewicht mit sich rumschleppen muss und dadurch der Anreiz zum Muskelwachstum und -erhalt im Stützapparat gesunken ist.
    Der Unterschied zwischen der tatsächlich gemessenen Gewichtsabnahme und der durch Zählung theoretisch zu erwartenden Gewichtsreduktion liegt bei 4%, was bei den Unmengen an Fehlermöglichkeiten innerhalb der zu erwartenden Schwankungsbreite liegt, der Unterschied ist somit nicht signifikant.

    Die im Artikel genannten Phänomene und Methoden entspechen nicht der aktuellen S3-Leitlinie: Prävention und Therapie der Adipositas (Bay. Ärzteblatt Bayerisches Ärzteblatt 7-8/2016 ) und konnten auch von mir in keiner Weise nachvollzogen werden. Im Gegenteil, der Artikel nennt ohne jegliche Belege zahlreiche Abnehmmythen und -legenden, die auf keiner wissenschaftlichen Grundlage basieren.

    Fazit: Ein enttäuschender Artikel!

    Gruß
    M. Kling

  6. Hans sagt:

    „Variation“ ist der Schlüssel zum Erfolg für fast alle Prozesse im Leben, nicht nur bei der Gewichts-Abnahme: Statt tagaus/tagein stur im gleichen Tempo zu joggen lieber kurze Sprints, flottes und betont langsames Laufen oder Walken mischen (Intervall-Training!). Die neue Sprache nicht nur durch Vokabeln-Büffeln aus dem Karteikasten lernen sondern Videos schauen, Zeitschriften lesen, vor allen Dingen das Gespräch suchen usw. Die neue Liebe nicht jede Woche mit dem gleichen Geschenk „überraschen“ sondern sich immer wieder was anderes einfallen lassen… Wirkt Wunder! 🙂

    Was beim Kalorien-Zählen in den meisten Köpfen klebt ist leider die Besessenheit davon, zwanghaft Tag für Tag seinen Bedarf unterschreiten zu müssen. Viel erfolgreicher ist aber auch nach meiner eigenen Erfahrung, jede Woche ruhig einen Tag zu „sündigen“ und -im wahrsten Sinne des Wortes- fett über Bedarf zu essen, z.B. beim Grillen am Wochenende. Dafür unter der Woche halt ein oder zwei 60-70% Tage einzulegen. Was gar nicht schwer und z.B. mit einem großen (und ich meine wirklich GROßEN) Berg Gemüse plus etwas Hähnchenfleisch zu Mittag erreichbar ist, ohne Hunger zu leiden. Und gesund obendrein.

  7. Hans sagt:

    Zum Thema „Fddb hilft euch natürlich dabei, eure Kaloriendefizite im Blick zu behalten.“ Ja, das macht Ihr schon. Allerdings nur in Ansätzen…

    Schade beispielsweise, dass es im Tagebuch keine Info gibt, wie der %-Wert des Kalorienverbrauchs in der aktuellen Woche oder im Monat ausfällt. Das gibt es nur tageweise, alles andere muss man sich selber ausrechnen.
    Schön wäre auch so etwas wie eine Nährwert-Ampel die einem schnell zeigt, wie die aktuelle Verteilung von Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß des Tages/der Woche/des Monats aussieht. Und einen idealerweise „warnt“, wenn etwa die Kalorien des Tages zur Neige gehen und es bisher zuviel Fett war o.ä. Klar gibt es Infos in dieser Richtung in der täglichen Detailansicht, doch das ist IMO umständlich und geht auch wieder nur pro Tag, nicht für die Woche oder den Monat.

    Fazit: FDDB ist schon super aber es gibt noch immer Luft nach oben. 🙂

  8. Waltraud sagt:

    Also, mir hat dieser Artikel grade die Augen geöffnet. Seit 10 Jahren kämpfe ich mit meinem Gewicht und das, obwohl ich mein ganzes Leben eher untergewichtig war. Gut, es ist eine Hormongeschichte, ich bin 58, seit die Wechseljahre eingetreten sind, ging es plötzlich mit dem Gewicht nach oben. Weil ich das nicht wollte, fing ich an, aufs Gewicht zu achten. Je mehr ich darauf achte, umso mehr nehme ich zu. Regelmäßig 2 kg pro Jahr, das sind in 10 Jahren 20 kg. Ich bin total unglücklich darüber. Vor 4 Jahren habe ich meinen Job gewechselt, von Verkäuferin, die den ganzen Tag steht oder läuft zu einem Bürojob, wo man nur sitzt. Seitdem sind es 4 kg pro Jahr Gewichtszunahme. Das war mir schon klar. Also habe ich mit Hilfe von FDDB meine Kalorienzufuhr reduziert. Aber ich nehme weiter zu. Für mich unbegreiflich. Früher habe ich niemals Kalorien gezählt, nervt auch. Ich hatte niemals Gewichtsprobleme, wog immer zwischen 50 und 55 kg bei eine Größe von 164 cm. Jetzt wiege ich 83 kg und fühle mich überhaupt nicht mehr wohl.
    Anfangs habe ich darauf geachtet, nicht mehr als 2000 Kalorien zu essen, ich nahm zu. Dann schraubte ich runter auf 1700 Kalorien. Ich nahm zu. Dann 1500 Kalorien, inzwischen bin ich bei 1200 – 1300 Kalorien und nehme immer noch zu. Ich bin verzweifelt, ich sage schon zu anderen Leuten, ich bin der einzige Mensch, der von 1200 Kalorien zunehmen kann, das gibt es doch nicht.
    Als ich diesen Bericht jetzt las, wurde mir klar, was ich falsch mache. Und ja, mein Körper scheint Muskelmasse abzubauen, das merke ich an Rückenschmerzen. Die schob ich aufs zunehmende Gewicht, was sicher auch ein Grund ist. Aber vielleicht nicht nur, wie ich mir jetzt denke. Für Sport habe ich keine Zeit, ich bin Alleinerziehend mit drei Jobs, um über die Runden zu kommen. Wenn ich noch Sport machen wollte, müsste ich mir das Schlafen abgewöhnen, schlafe eh viel zu wenig mit 4 Stunden pro Nacht. Aber meine Kurve im Diätbericht sieht genauso aus wie diese oben in der Grafik. Dabei esse ich sehr fettarm und kann auf Kohlehydrate nicht verzichten, da ich – wie gesagt 3 Jobs haben muss – brauche ich auch eine gewisse Menge an Kraft. Aber nichts stimmt mehr, manchmal bin ich tagsüber so müde, ich könnte im Stehen einschlafen. Dass es an den zuwenigen Kalorien hängen könnte, bei denen ich noch zusätzlich zunehme, auf diese Idee wäre ich nicht gekommen. Ich werde es mit dem Varieren versuchen, mal mehr, mal weniger essen, mal ein Fastentag. Bin gespannt, ob das was bringt. Mit 1200 – 1300 Kalorien auszukommen bringt es auf jeden Fall nicht. Dieser Bericht gibt mir Hoffnung. Danke dafür an die Verfasserin. Ich esse schon seit Ewigkeiten nicht mehr den Grundumsatz und nehme zu und zu und zu.

    • Olga sagt:

      Hallo Waltraud,
      bei einem Leistungsumsatz von weniger als 1200 Kalorien solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Lass z.B. Deine Schilddrüse untersuchen.
      Das KANN bei einem gesunden Menschen nicht sein!
      Bitte achte auf Dich.

  9. Kaleda sagt:

    Hallo zusammen, ich bin neu und habe mit grossem Interesse diesen Bericht gelesen und mir scheint, auch ich habe wohl so manches falsch angegangen. Die Frage ist nun für mich: Wie kann ich meinem Körper sagen, dass er jetzt nicht mehr hungern braucht. Sprich wie löse ich den jo-jo-Effekt wieder auf. Mein Problem ist, dass ich nur sehr eingeschränkt Sport treiben kann und ich frage mich, wie ich meinen Stoffwechsel wieder auf Trapp bringen kann/soll.

  10. Susanne sagt:

    Dazu eine Frage.
    Wenn es den Jojo-Effekt wie so beschrieben geben würde – dann müsst doch jeder Ex-Magersüchtige geradezu explodieren?
    Wenn jemand im „Hungerstoffwechsel“ war, dann ein Anorektiker mit 39 kg auf 1,70m.
    Dank des „Jojo-Effektes“ müssten die doch schon bei geringer Kalorienzufuhr regelrecht aufgehen wie ein Hefekloß?

    Aber – das tun sie nicht.
    Warum nicht?
    bitte eine Erklärung dazu.

  11. Helga sagt:

    Es ist unsinnig, zu behaupten, man würde bei dauerhaft 1250 kcal (z. B.) nicht abnehmen. Der Körper kann sich nicht an einen so niedrigen Verbrauch anpassen. Er muss auf 36 Grad geheizt werden, ohne die entsprechende Energie geht das nicht. Und die Energie wird entweder von außen zugeführt oder aus den Fettreserven genommen. Dafür sind die nämlich da. Man muss bei einer kalorienreduzierten Ernährung auch keineswegs mangelernährt sein. Es ist durchaus möglich, bei 1000 kcal alle notwendigen Nährstoffe zu sich zu nehmen.
    Wenn die unsinnigen Behauptungen im Blog wahr wären, dann wäre das Welternährungsproblem gelöst. Wir essen alle nur noch 1000 kcal, die Körper passen sich an und brauchen dann nicht mehr. Wir bleiben dabei auch alle dick. Wo bleibt denn da die Logik?