Archive for 28. April 2016

Happy Cheeze: Die vegane Käse-Alternative im Test

Alles Käse?

„Wow, du lebst vegan? Das wäre ja nichts für mich. Ich könnte einfach nicht auf Käse verzichten“. So oder so ähnlich sind oftmals die Reaktionen von Bekannten oder Freunden, wenn im Gespräch irgendwann das Thema Ernährung erreicht wird. Ob Aufschnitt, Camembert, Käse auf Pizza, Auflauf oder Toast Hawaii: der Käse ist für viele das Tüpfelchen auf dem i. Trotzdem entscheiden sich vegan lebende Menschen bewusst gegen alle tierischen Produkte. Für die einen heißt das dann Verzicht, für die anderen ist es die Chance auf viele leckere Neukreationen in der Küche. Denn die vegane Küche ist eine der kreativsten überhaupt. So auch bei der Herstellung von leckeren Käsealternativen.

Haben vor einigen Jahren vegane Frischkäseprodukte und Aufschnitt eher nach Schuhcreme gerochen und nasser Pappe geschmeckt, trumpfen die aktuellen Sorten mit extrem käsenahem Geschmack und ebenbürtiger Konsistenz auf. Und dann staunt man nicht schlecht, aus welchen Zutaten dieser falsche Käse hergestellt wird. So verwendet man zum Beispiel die Cashewnuss, die bisher eigentlich als Knabberartikel bekannt war.

Die Happy Cheeze Glücksküche, eine Firma aus Cuxhaven, stellt aus fermentierten Cashews und Macadamias Frischkäse und Schnittkäse her. Das Ganze kommt dann in Rohkost- und Bioqualität daher, ganz ohne tierische Inhalts- und Konservierungsstoffe. Klingt alles sehr gut, deswegen und weil wir natürlich immer sehr neugierig auf solche Produkte sind, durften wir einmal einige Frischkäsesorten und sogar Käse am Stück testen.

Gesamt

Zu erwerben gibt es die Sorten in 120 g und 100 g Packungen, deren Verpackungen kompostierbar sind. Das Design ist liebevoll gestaltet und trifft mit dem Bild der glücklichen Kuh den Nagel auf den Kopf. Wir durften die Frischkäsesorten Klassik, Spirulina Chili und Bärlauch sowie die Käsesorten Rauch-Pfeffer und Chorizo kosten. Kurz noch ein Brot gekauft und los ging es mit dem Test.

Unser Urteil zu den veganen Käsealternativen

KlassikFrischkäse Klassik: diese Alternative zu herkömmlichem Frischkäse schmeckt mild, cremig und relativ neutral, allerdings auch ein ganz klein wenig säuerlich, was wahrscheinlich durch die Fermentierung zustande kommt. Die Konsistenz stimmt jedoch zu 100 Prozent mit der von herkömmlichem Frischkäse überein. Unser Geheimtipp für das perfekte vegane Frischkäseerlebnis: Käse erst aufs Brot schmieren und dann einen Klacks Ketchup drüber. Ein Meisterwerk der Küche! Dieser Frischkäse bekommt von uns 10/10 Punkten. Bärlauch

Frischkäse Bärlauch: Bärlauch ist ein tolles, vielseitiges Gewürz und eine wundervolle Alternative zu Knoblauch oder Zwiebeln. Frischer Bärlauch ist an Geschmack nicht zu toppen. Leider schmeckt dieser Frischkäse nicht ganz so bärlauchig wie erhofft. Trotzdem hat Happy Cheeze hier einen sehr guten Aufstrich produziert, der zwar nicht völlig neu oder überraschend ist, sich für Brot oder als Dip ziemlich gut eignet. Könnten wir uns auch mit Schnittlauch vorstellen. 8/10 Punkten.

Spirulina ChiliSpirulina Chili: Wahnsinn! Ein blau-grüner Frischkäse, der mit Spirulina Algen zubereitet wird und dadurch seine leuchtenden Farben erhält. Das ist genau die Überraschung, die eben noch beim Bärlauch Frischkäse gefehlt hat. Auch geschmacklich ist der Aufstrich anders als seine Kollegen. Der Spirulina Chili Frischkäse schmeckt cremig, nussig und sogar ein wenig gewöhnungsbedürftig. Wir sind aber überzeugt: Dies ist der schönste Frischkäse der Welt! Die Chili-Note könnte dennoch etwas mehr herausstechen. Deswegen vergeben wir 8/10 Punkten.

Käse Chorizo: Ist ein schnittfester Käse, der leider total süchtig macht. Der Käse schmeckt würzig, etwas scharf und wunderbar rauchig. Die perfekt aufeinander abgestimmten Zutaten kitzeln den Gaumen in einer Tour, bis der Käse irgendwann komplett verputzt ist. Der bisher beste Käse im Test bekommt gefühlte 20 von 10 Punkten!

chorizo und rauch pfeffer

Käse Rauch-Pfeffer: Auch eine Käsevariation festerer Konsistenz, die fast so toll wie der Chorizo-Käse schmeckt. Hier stimmt die Dosis Pfeffer/Rauch ebenso überein. Doch der Pfeffer ist hier schon deutlicher zu schmecken, was natürlich nicht jedermanns Sache ist. 9/10 Punkten.

Wir sind alles in allem restlos begeistert und etwas geschockt, dass der Käse so schnell alle war 😉 Der feste Käse reift übrigens nach und schmeckt umso pikanter, je länger er im Kühlschrank offen reift. Er ist mehrere Monate haltbar. Weil wir uns nicht beherrschen konnten, haben wir das leider nicht ausprobieren können. Der Frischkäse sollte dagegen innerhalb von zwei bis drei Wochen verbraucht werden.

Wer vegane Käsesorten probieren möchte, ist bei Happy Cheeze tatsächlich an der richtigen Adresse. Diese und viele weitere Käsealternativen und Knabbereien gibt es online zu bestellen oder in ausgewählten Läden zu erwerben. Preislich liegt der Rohkostkäse zwischen 7,95 € und 10,95 €. Da es handgemachte Produkte sind, die aus biologischen Zutaten bestehen, lässt sich dieser Preis rechtfertigen.

Habt ihr Happy Cheeze Käse schon probiert, oder seid ihr neugierig geworden? Erzählt uns von euren Erfahrungen mit tierfreien Käsealternativen!

Hinweis: Die Produkte wurden uns kostenlos von der Firma Happy Cheeze zur Verfügung gestellt.

Fotos: Fddb

100 kcal Guide: Süßwaren

Manchmal muss es einfach sein: ein kleiner, zuckerhaltiger Snack für Zwischendurch. Hier ein kleiner Überblick über die beliebtesten Süßigkeiten der Fddb’ler und wieviele davon 100 kcal aufweisen.

100 kcal Guide Süßwaren

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Uff! 100 kcal sind schnell gefuttert. Und wer bitte hört denn nach zwei leckeren Oreos schon auf?

Die gute Nachricht ist: 100 kcal sind fast genauso schnell wieder abtrainiert. Wer also auf Schokolade und Co. nicht verzichten mag, legt einfach eine extra Runde Rasenmähen oder Bauchtanz ein.

Um 100 kcal abzutrainieren* musst du:

10 min Seilspringen

54 min Auto fahren

26 min Treppen steigen

23 min Badminton

18 min Wandern

43 min Yoga

11 min Spinning

18 min Aerobic

19 min Rasen mähen

10 min Boxen

38 min Billard

14 min Push Ups

14 min Inline Skating

13 min Hula Hoop

25 min Bauchtanz

*Bei einer Person mit 65 kg

Erfolgsgeschichte des Monats April: Wolfgang

Die Erfolgsgeschichte im April dreht sich ganz um den 59-jährigen Wolfgang, der unter anderem mit Hilfe von Fddb stolze 50 kg abnehmen konnte. Aber er ist noch immer nicht am Ziel, wie er selbst sagt.

Seit seiner Schulzeit schon war der Nordrhein-Westfale übergewichtig. Damals kamen zu Hause große Portionen auf den Teller, die aufgegessen werden mussten. Lebensmittel wurden in den 60er Jahren nicht einfach weggeschmissen. Auch mit dem damaligen Maß an fettreichen Portionen wurde eher unwissend umgegangen. „Ein Beispiel: Kam die Butter zu kalt aus dem Kühlschrank und konnte nicht gestrichen werden, wurde die eben in Scheiben auf das Brot gelegt und der Belag dick oben auf. Wenn dann meine Eltern mit Diäten bei mir angefangen haben, habe ich mein Taschengeld in Bäckereien gelassen. Hungern wollte ich ja auch nicht“, so Wolfgang.

Einen Antrieb abzunehmen gab es für Wolfgang als Jugendlicher nicht, da er das große Glück hatte, sich mit allen Mitschülern gut zu verstehen und wegen seines Gewichts nie gemobbt oder verurteilt wurde. Mit 16 Jahren wog Wolfgang bereits immense 114 kg, was in seinem Alter einem BMI von über 37 entsprach. Nicht einmal die Freundin und heutige Frau hat das extreme Übergewicht gestört. Und auch später im Berufsleben ging er mittags mit den Kollegen in Fast Food Läden oder Restaurants essen und aß am Abend noch einmal eine große warme Mahlzeit. „Während andere Wegbeschreibungen anhand von Straßennamen gegeben haben, konnte ich Wegbeschreibungen mit Hilfe von Bäckereien geben: An der Bäckerei, dort gibt’s den besten Käsekuchen, musst du links, dann weiter zur nächsten, dort gibt’s die besten Mandelhörnchen… usw.“, beschreibt Wolfgang seine Vergangenheit. Die energiereichen Essgewohnheiten hatten sich über die Jahre eingebrannt, doch die Konsequenzen ließen nicht mehr lange auf sich warten.

wolfgang

In den 80er Jahren startete Wolfgang unter ärztlicher Aufsicht seinen ersten Abnehmversuch. Ohne Sport ersetzte er mittels eines Pulvers seine Mahlzeiten. Diese Nulldiät verschaffte ihm zwar zunächst 30 kg Erleichterung. Ein halbes Jahr später jedoch waren bereits 35 kg wieder drauf. Völlig gefrustet begann Wolfgang einen nächsten Anlauf, Gewicht zu verlieren. Mit einer Zeitschriften-Diät, die es übrigens auch heute noch gibt, scheiterte Wolfgang leider ein weiteres Mal. Er verfiel bald wieder in die völlig eingefleischten Essensmuster mit großen Portionen zum Mittag und am Abend. Das Frühstück fiel dabei eher karg aus.

Es kam, wie es kommen musste. Mit 147,5 kg wurde Wolfgang im April 2013 zu einem mehrwöchigen Aufenthalt in eine Reha-Klinik einquartiert. Ein schlimmer Bandscheibenvorfall, Diabetes II und Bluthochdruck sind die buchstäblich schwerwiegenden Folgen aus der langen Zeit des Übergewichts. In der Klinik ging Wolfgang zur Ernährungsberatung. Dort wurde ihm vermittelt, dass er auch mit nur 60 Gramm Fett pro Tag und gesunder Kost satt werden und dabei trotzdem Gewicht verlieren könne. Unter professioneller Anleitung, ohne Verbote und mit Sport nahm Wolfgang innerhalb von 3 Wochen 10 kg Körpergewicht ab. Ein toller Erfolg für ihn. „Allerdings habe ich den Fehler gemacht hochzurechnen und gedacht, noch ein halbes Jahr und du hast 50 kg weg – weit gefehlt“.

Nach dem Reha-Aufenthalt recherchierte Wolfgang online nach einem geeigneten Abnehmprogramm und stieß dabei auf Fddb. „Schnell habe ich die Vorteile dieses Programms erkannt, vor allem mit der Premium-Mitgliedschaft, in der meine Rezepte und Ess-Dokumentationen dauerhaft gespeichert werden“, erzählt er. Mit Fddb konnte Wolfgang beim Naschen das Maß halten und seinen Energieverbrauch durch Sport sowie die Energiezufuhr durch Nahrung dokumentieren. Die Kilos purzelten plötzlich, dennoch stagnierte irgendwann das Gewicht: „Gerade im letzten halben Jahr musste ich die Zähne zusammenbeißen und durchhalten – ich war echt frustriert, dass das Gewicht partout nicht fallen wollte, sondern, im Gegenteil, sogar nach oben ausgerissen ist“, erzählt Wolfgang heute. Seine Motivation behält er dennoch: „Ich kann jedem nur raten, in dem Fall nicht die Flinte ins Korn zu werfen, sondern sein Programm stur durchzuhalten – es fällt auch wieder, ganz automatisch, wie auch an meiner Kurve zu sehen ist. Trotz ernährungsbedingten Ausreißern wie Weihnachten oder Ostern. Man nimmt ja auch nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Und gerade die grafische Darstellung des Gewichtsverlaufes bei Fddb motiviert mich jeden Tag aufs Neue.“

wolfgang kurve

Von den 147,5 kg sind heute nur noch 97 kg übrig. Wolfgang konnte bisher rund 50 kg abnehmen. Durch gesünderes Essen und 8 bis 10 Stunden Sport pro Woche, wie Fahrradfahren, Joggen und Reha-Fitness, kommt Wolfgang seinem Ziel von 92 bis 93 kg immer näher. Denn dann liegt er im Idealbereich und hat es endlich geschafft! Auch neue Leidenschaften wie Schneeschuhtouren, Hüttenwanderungen und Klettersteiggehen hat Wolfgang mit der Zeit für sich entdeckt: „Ohne sportliche Betätigung geht’s nicht! Je leichter man wird, umso mehr macht Sport auch Spaß. Jeder Übergewichtige, der sich einredet, sich in seinem Körper wohl zu fühlen, macht sich selbst was vor – das habe ich auch Jahrzehnte getan. Ich habe eine komplett neue Lebensqualität“. Die Gewichtskurve spricht Bände! Wolfgangs Blutdruckprobleme sind passé, alle Blutwerte sind im Normalbereich. Nur die Bandscheibe zwackt manchmal noch. Aber das wird hoffentlich auch bald überstanden sein.

Wir sind sehr stolz auf dich, Wolfgang, und wünschen dir für die letzten paar Kilos ganz viel Erfolg!

Habt auch ihr Lust, eure Fddb-Erfolgsgeschichte mit uns und unseren Lesern zu teilen? Schreibt einfach eine Nachricht an erfolg@fddb.info! Jede veröffentlichte Geschichte wird mit einer kostenlosen Premium-Mitgliedschaft bei Fddb belohnt! Wir freuen uns auf eure Erfolge!

Euer Fddb-Team 🙂

Beerenstarker Superfood Test

Aktuell stellen wir euch in einer kleiner Serie Superfoods vor und zuletzt hatten wir dabei über verschiedene Beeren berichtet. Wir möchten aber nicht nur über die Beeren schreiben, sondern gerne auch selbst testen, wie die beerenstarken Lebensmittel schmecken.

Der vegane Online Shop smilefood stellte uns getrocknete Goji-Beeren und getrocknete Maulbeeren für unseren Test zur Verfügung. Bei beiden Produkten handelt es sich um Lebensmittel aus biologischem Anbau – entsprechend konnten wir die Beeren beruhigt genießen, ohne uns Sorgen vor einer eventuellen Pestizidbelastung zu machen.

Goji-Beeren

Getrocknete Gojibeeren auf einem TellerAls erstes probieren wir die kleinen, roten Goji-Beeren aus China, die aufgrund ihrer intensiven roten Farbe und der länglichen Form ein wenig an Chili-Schoten erinnern. Scharf sind sie jedoch gar nicht. Die getrockneten Beeren schmecken fruchtig-herb und süß-säuerlich. Wie fast alle getrockneten Früchte haben sie eine leicht gummiartige Konsistenz. Beim Kauen merkt man sogar noch die kleinen Samen im Inneren. Man kann die Beeren vor dem Verzehr außerdem ein paar Minuten in heißem Wasser quellen lassen. Dann sind sie etwas weicher, schmecken – nach unserem Geschmack – aber auch etwas “glibberich”. Goji-Beeren kann man gut als exotische Zutat für Müslis, Quark, Joghurt oder Salate einsetzen. Außerdem passen sie auch wunderbar zu herzhaften Gerichten mit Fleisch und Geflügel. Hier können sie ähnlich wie Cranberrys oder Preiselbeeren verwendet werden.

Die Beeren werden grundsätzlich per Hand geerntet, was dazu beiträgt, dass das Produkt nicht gerade billig ist. 100 g kosten zwischen 4 – 8 Euro. Augrund des doch recht hohen Preises und da zum Teil die Gefahr einer Pestizidbelastung bestehen kann, geben wir den Gojibeeren 8 von 10 Punkten. Wer getrocknetes Obst mag, dem werden die kleinen roten Beeren sicherlich sehr gut schmecken.

Maulbeeren

Getrocknete Maulbeeren in einer SchüsselAls nächstes kommen die getrockneten Maulbeeren aus der Türkei an die Reihe. Die Früchte können frisch unterschiedliche Farben haben, von cremefarben über rot bis zu schwarz. Beim Trocknen verlieren die Beeren jedoch ihre Farbe und sind danach sandfarben. Außerdem wird die Außenhülle rau und fester. Geschmacklich erinnern Maulbeeren an Rosinen, sie schmecken honigsüß und können leicht knusprig sein. Verwenden lassen sich die Beeren ähnlich wie die Gojibeeren: Sie können Müslis und Salate verfeinern, als Topping für Eis oder Quarkspeisen dienen, oder in Smoothies und Saucen verarbeitet werden. Außerdem eigenen sie sich gut als süßer Snack zwischendurch.

Preislich liegt eine 100 g Packung Maulbeeren bei ca. 4 Euro. Damit sind sie günstiger als die Exoten aus China. Insgesamt erhalten die Beeren 9 von 10 Punkten von uns.

Hinweis: Die Produkte wurden uns kostenlos von der Firma smilefood zur Verfügung gestellt.

Fotos: Fddb

Serie Superfood: Die Beeren sind los

Frische Cranberrys auf weißen Untergrund

In unserem ersten Artikel zur Superfood-Serie hatten wir bereits erklärt, dass nicht alle Produkte, auf denen „Super“ drauf steht, auch super sind. Deshalb möchten wir uns heute ein paar Beeren-Sorten genauer anschauen, die meist in der Kategorie der Superfoods aufgelistet werden. Zu diesen Super-Lebensmitteln gehören: Açaí-Beeren, Aroniabeeren, Goji-Beeren, Cranberrys und Maulbeeren.

Açaí-Beeren: Anti-Aging-Wundermittel und Schlankmacher?

Die ein bis zwei Zentimeter, dunkelblauen Beeren stammen aus dem Amazonasgebiet in Brasilien und wachsen dort an einer Palme. Äußerlich ähneln sie den heimischen Heidelbeeren, sind jedoch rot-schwarz und etwas größer. Außerdem bestehen die Früchte zu 90 Prozent aus einem Kern – nur die Haut ist essbar. Nach der Ernte werden die Beeren entkernt und meist zu einem zähflüssigen Fruchtsaft püriert.

Berühmtheit erlangten die Beeren schon 2009, als Oprah Winfrey in ihrer Sendung die Früchte als Superfood vorstellte. Angeblich sollen Açaí-Beeren beim Abnehmen helfen und zu einem jüngeren Hautbild verhelfen. Fundierte wissenschaftliche Beweise gibt es dafür jedoch nicht. Bekannt ist, dass die Beeren einen hohen Gehalt an Antioxidantien, vor allem Anthocyanin, aufweisen sowie viele Vitamine, Mineralien und essentielle Fettsäuren enthalten. Gesund sind die blauen Beeren also auf jeden Fall. Ein Wundermittel, mit dem man zauberhaft Gewicht verliert oder das Altern aufhalten kann, sind sie jedoch nicht. Da bei jedem Verarbeitungsschritt von Lebensmitteln immer wertvolle Nährstoffe verloren gehen und auch der Gehalt an Antioxidantien abnimmt, haben die kleinen Beeren leider schon viel von ihrer Superpower verloren, wenn sie getrocknet oder gemahlen bei uns in Europa landen.

Aronia-Beeren: Von Kanada nach Sachsen

Diese kleinen, dunkel-violetten bis schwarzen Beeren sind bei uns auch unter dem Namen Apfelbeere bekannt. Ursprünglich stammen die Früchte aus dem östlichen Nordamerika, wo sie schon von den indianischen Ureinwohnern verzehrt wurden. Mittlerweile findet man die Pflanze auch in anderen Teilen Nordamerikas sowie Russland und Nord- und Mitteleuropa. Obwohl die Beeren noch eher unbekannt sind, werden sie bereits seit den 1970er Jahren in Deutschland angebaut. In Sachsen gilt die Aroniabeere aktuell sogar als bedeutendste Strauchbeere im Bundesland.

Genau wie der exotische Vorgänger, die Açaí-Beeren, enthalten auch die Apfelbeeren sehr viel der rot-blauen Pflanzenfarbstoffe Anthocyanen. Zusätzlich weisen sie eine hohe Konzentration an Vitamin C, Vitamin K, Folsäure (Vitamin B9) und dem Spurenelement Mangan auf. Während das Vitamin C unser Immunsystem unterstützen soll, ist Folsäure besonders für schwangere Frauen wichtig. Auch hier gilt wieder: Die kleinen Beeren stecken voller gesunder Nährstoffe – Wunder können sie jedoch nicht bewirken. Vorteilhaft ist aber, dass wir Aroniabeeren in Deutschland frisch kaufen und verzehren können. Die Beeren werden außerdem zu Tees, Konfitüren oder Saft verarbeitet.

Goji-Beeren: Die „Glücksbeeren“ mit langer Tradition

Getrocknete Goji-Beeren auf weißen Hintergrund

Der natürliche Standort der orange-roten, länglichen Beeren ist von Südeuropa bis China zu finden. Obwohl die Pflanze im deutschen Sprachraum als Gemeiner Bocksdorn bezeichnet wird, hat sich auch hierzulande der englische Name Goji(-Beere) durchgesetzt. Außerdem wird sie noch Chinesische Wolfsbeere oder Wolfberry genannt.

Während die Beeren in China schon seit Tausenden von Jahren zum Kochen und in der Naturheilkunde verwendet werden, sind sie bei uns noch Exoten. Die Chinesen verzehren getrocknete Goji-Beeren traditionell gegen hohen Blutdruck und Blutzucker, zur Unterstützung des Immunsystems und bei Augenproblemen. Außerdem sind die Früchte Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM): Dort werden sie verwendet, um das Yin zu erhöhen und so gegen Erkältungen, Diabetes, Impotenz, Anämie und andere Krankheiten zu helfen. Auch hier gilt Vorsicht: Wissenschaftliche Studien, die diese Wirkungen zweifelsfrei beweisen, gibt es nicht. Sicher ist jedoch, dass die Beeren viel Vitamin C und Vitamin A enthalten und besonders reich an Eiweiß, Eisen, Vitamin B und Ballaststoffen sind. Zusätzlich steckt noch Vitamin E, das sonst in Früchten kaum vorkommt, in der kleine Wolfsbeere.

Noch gut zu wissen: Da Goji-Beeren Wechselwirkungen mit einigen Blutverdünnern auslösen können, gibt es für die Früchte sogar eine Warnung des Bundesinstituts für Arzneimittel. Außerdem testete das Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart die Beeren 2010 auf Pestizide und kam zu dem Ergebnis, dass in den meisten Proben aus konventionellem Anbau die Höchstmenge an Rückständen überschritten wurde. Deshalb sollte man Goji-Beeren nur aus biologischem Anbau kaufen.

Cranberrys: Klassiker und Hausmittel aus Amerika

Frische Cranberrys auf weißen Untergrund

Cranberrys, auf deutsch auch Großfrüchtige Moosbeere oder Kranbeere genannt, haben ihren Ursprung in den USA, wo sie bereits seit langem vielfältig in der Küche verwendet werden. So gelten die Beeren zum Beispiel als wichtiger Bestandteil des Thanksgiving-Essens in Amerika. Die roten Früchte sehen wie große Verwandte der Preiselbeeren aus, sind geschmacklich jedoch deutlicher herber.

Frische Cranberrys enthalten viel Vitamin C und Vitamin A und wertvolle Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Anthocyane. Den Beeren wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt und sie sollen bei Harnwegsinfektionen helfen. Auch wenn Cranberrys schon lange als altes Hausmittel gegen Blasen- und Harnwegsinfektionen eingesetzt werden, ist dies jedoch nicht eindeutig bewiesen.

Maulbeeren: Heimliche Zwillinge der Brombeeren?

Eine getrocknete Maulbeere

Die länglichen Beeren erinnern von ihrem Aussehen stark an Brombeeren und können cremefarben, rot oder schwarz sein. Ursprünglich kam die Pflanze in den gemäßigten und subtropischen Regionen der Nordhalbkugel mit Ausnahme von Europa vor. Doch schon zu Zeiten der Römer fand die Beere ihren Weg nach Europa.

Wie die Goji-Beere wird auch die Maulbeere in der traditionellen chinesischen Medizin eingesetzt und soll schleimlösend wirken sowie den Blutzuckerspiegel und den Cholesterinspiegel senken. Außerdem sollen sie das Blut reinigen und die Blutproduktion stimulieren. Genau wie die anderen Super-Beeren enthält die Maulbeere große Mengen an Antioxidantien wie Anthocyanin und Resveratrol. Zusätzlich liefert sie große Mengen Vitamin A, B, C, K und E sowie Kalium; Mangan und Magnesium.

Beeren-Power, jedoch keine Wundermittel

Bei allen vorgestellten Beeren gilt: Die kleinen Früchte enthalten viele wertvolle Nährstoffe und sind sehr gesund. Wundermittel, die uns durch den Verzehr plötzlich gesund oder jung machen, sind sie jedoch nicht. Generell sollte man beim Kauf der Früchte auf einen biologischen Anbau achten und am besten heimische Beeren bevorzugen, da man beim Verzehr der frischen Früchte am meisten von den Nährstoffen profitiert. Lange Transportwege und viele Verarbeitungsschritte nehmen den Beeren schnell ihre „Superkräfte“.

Wie ein Vergleich bei Fddb zeigt, haben Cranberrys die wenigstens Kalorien und Goji-Beeren und Aroniabeeren sind die besten Protein-Lieferanten. Jedoch werden hier auch frische und getrocknete bzw. verarbeitete Produkte miteinander verglichen, was den Vergleich schwierig macht.

Tabelle mit Vergleich der Nährwerte

Jetzt ist aber auch erst mal Schluss mit den Informationen und wir möchten euch noch ein paar Rezepte vorstellen, wie ihr die Beeren am besten verwenden könnt: