Detox: Raus mit der Sauerei

Was heißt Detox?

„Detox“ ist ein Trendbegriff aus den USA, der zu jedem Jahresanfang neue Wellen schlägt und letztendlich nichts anderes bedeutet, als den Körper zu entschlacken. Im Grunde ist es Heilfasten per Kräutertee, frischen, selbstgemachten Smoothies und basischen Lebensmitteln, wie Obst und Gemüse sowie Pseudogetreide wie Quinoa.

Wie funktioniert Detox?

Die Wirkung von Detoxkuren ist umstritten und nicht eindeutig nachgewiesen. Befürworter meinen, eine Detoxkur bringe das körperliche Gleichgewicht wieder in den richtigen Säure-Basen-Haushalt. Viele Nahrungsmittel sollen Substanzen beinhalten, die der Körper zu Säuren verstoffwechselt. Wenn diese Nahrungsmittelgruppe überwiegt, man beispielsweise ständig Milchprodukte, Fleisch, Fast Food oder viel Kaffee zu sich nimmt, dafür aber wenig Wasser, Obst und Gemüse, übersäuere der Körper auf Dauer. Normalerweise hält sich der Körper durch die Aufnahme basischer Lebensmittel von selbst im Gleichgewicht. Doch ohne basische Lebensmittel kann die überwiegende Menge an gebildeten Säuren irgendwann nicht mehr abtransportiert, also verstoffwechselt, werden. Anfallende Stoffwechselprodukte können zu Giften werden, die die Blutbahn erreichen. Das Resultat ist Energielosigkeit, Unkonzentriertheit, Gereiztheit und oft sind wir in der Verdauung blockiert. Die Übersäuerung wird auch für Kopfschmerzen, ein sich verschlechterndes Hautbild und chronische Erkrankungen wie Nasennebenhöhlenentzündung verantwortlich gemacht.

Beim Detoxen werden säurebildende Nahrungs- und Genussmittel für Tage oder Wochen vermieden. Dazu gehören Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten, Kaffee, Milchprodukte, Wurst und Fleisch, Convenience Food, Fast Food und zuckerhaltige Getränke wie Cola, Limo etc.

Dieser Verzicht soll den Körper reinigen sowie eine gewisse mentale Leichtigkeit bringen. Detoxkuren sollen somit von altem Ballast befreien, so dass man sich nach einigen Tagen bereits frischer, konzentrierter, ausgeruhter und energiegeladener fühlt. Besonders nach den Weihnachtsfeiertagen, der Silvestersause und dem Jahresanfangsstress, der uns alle mal begleitet, ist ein bisschen mehr Leichtigkeit sehr willkommen.

Eine tolle Übersicht über basische und säurebildende Lebensmittel findet ihr auf den Seiten vom Zentrum der Gesundheit: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/pdf/saure-basische-lebensmittel-3.pdf

Da nahezu alle Naturprodukte basisch sind, kann man hier so gut wie nichts falsch machen. Wichtig ist, Bio-Lebensmittel zu verwenden, da sie sehr wenige bis gar keine Giftstoffe aus den jeweiligen Anbauprozessen enthalten. Außerdem ist es wichtig, über den Tag viel zu trinken, da der Körper zur Verdauung fester Nahrung sehr viel Energie verwendet. Fällt dieser Aufwand weg, wird die Energie auf den Abbau von Giftstoffen gelenkt. Das kann anfangs zu Launenhaftigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen führen, nach einigen Tagen sollte sich der körperliche Allgemeinzustand jedoch enorm verbessern.

Wie ihr eure Detox-Tage gestaltet, ist euch überlassen. Im Netz gibt es viele gesunde Rezepte für Smoothies, Suppen oder Gemüsepfannen. Auch unter den Fddb-Nutzern gibt es tolle Rezeptideen für entschlackende Detoxkuren. Unsere liebsten Smoothie- und Suppenrezepte haben wir hier einmal für euch zusammengestellt:

 

 

Beeren-Smoothie

100 g Himbeeren
100 g Blaubeeren
100 g Johannisbeeren
100 g Erdbeeren
200 ml Wasser
Wasser und Beeren (ohne Strunk und Grün) für 30 Sekunden in den Mixer und genießen.

Grüner Smoothie

1 Hand voll Babyspinat
1 Apfel, entkernt, geviertelt
1 Kiwi, geschält
1 Teelöffel Weizengraspulver
200 ml Wasser
Alles für 30 Sekunden im Mixer pürieren.

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Kürbissuppe

1 kleinen Hokkaidokürbis
2 Teelöffel Gemüsebrühe
Korianderkraut oder frischer Koriander
Ingwerpulver oder frischer Ingwer
200 ml Wasser

Den Hokkaidokürbis entstielen, entkernen, in kleine Stücke schneiden und garen, bis der Kürbis weich ist. Die Kürbisstücke in den Mixer geben, 2 Teelöffel Gemüsebrühe hinzufügen, 2 Teelöffel Korianderkraut (oder besser: frischen Koriander) und eine Messerspitze Ingwerpulver oder frischen Ingwer hinzufügen. 200 ml Wasser dazugeben und alles im Mixer auf höchster Stufe mindestens 1 Minute mixen. Die Suppe wird schön fluffig. Wer sie zu dick findet, sollte mehr Wasser verwenden. Da der Kürbis vorgegart ist, muss die Suppe nicht mehr erhitzt werden.

Cremige Brokkolisuppe

1 Brokkoli
2 Teelöffel Gemüsebrühe
1 Teelöffel Weizengraspulver
1 Esslöffel Mandelmus
Optional: Koriander
200 ml Wasser

Den Brokkoli entstrunken, in Röschen teilen und diese für 5 Minuten kochen. Das Wasser abgießen und die Röschen in den Mixer geben. 2 Teelöffel Gemüsebrühe, 1 Teelöffel Weizengraspulver, 200 ml Wasser und 1 Esslöffel Mandelmus (pur, ohne Zucker) hinzufügen und im Mixer mindestens 1 Minute auf höchster Stufe cremig pürieren. Wer mag, kann nachwürzen. Die Suppe wird popelgrün, schmeckt aber herrlich und sättigt gut.

Alle hier aufgeführten Lebensmittel sind basisch. Die Gemüsebrühe sollte hefe- und zuckerfrei sein. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Habt ihr auch schon Detoxkuren eingelegt und sogar abgenommen, euch frischer und wohler gefühlt und wieder mehr Energie gehabt? Wir freuen uns auf eure Erfahrungen!

4 comments

  1. Lisa sagt:

    Positiv dass ihr erwähnt, dass „Detox“ keine nachgewiesene Wirkung hat. Schade dass es im Rest des Textes so verkauft wird, als wäre „Übersäuerung“ ein reales Problem. Wenn der Körper übersäuert handelt es sich um einen intensivmedizinischen Zustand und der wird ganz bestimmt nicht durch „basische“ Lebensmittel gerettet. Ein gesunder Körper puffert den pH des Körpers in sehr engen Grenzen, dazu sind zb die Nieren wichtig.

    Schade auch, dass ausgerechnet Zentrum der Gesundheit zitiert wird. Die Seite tut sich vorallem durch esoterische und grundsätzlich eher zweifelhafte Ansichten hervor.

    Natürlich macht es Sinn vorallem natürliche Lebensmittel zu essen. Allerdings braucht es dazu kein pseudowissenschaftliches Konzept, um es als „attraktiv“ zu verkaufen.

    • Julia Fischer sagt:

      Hallo Lisa, vielen Dank für deine Kritik. Wir verkaufen hier nichts, sondern legen nur (kurz) dar, worum es allgemein beim Detox geht. Das Zentrum der Gesundheit haben wir nicht zitiert. Wir haben lediglich deren sehr übersichtliche Tabelle für basische und säurebildende Lebensmittel verlinkt. Was grundsätzlich zweifelhaft ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Dieser Beitrag dient selbstverständlich nicht der ärztlichen Diagnose, sondern informiert darüber, was passieren kann, wenn dem Körper zu viele säurebildende Lebens- und Genussmittel zugeführt werden. Wir schrieben ja bereits, dass er sich selbständig reguliert. Viele Grüße, Fddb

  2. Beego sagt:

    Ich bin irritiert, dass im Beitrag einerseits steht, „Convenience Food“ sei schlecht, andrerseits kommen in den Rezepten Gemüsebrühe und Ingwerpulver vor. Sehr konsequent ist das nicht *zwinker*

    Nein, was mich eigentlich stört ist, dass Convenience Food – dazu gehören ja z.B. auch Nudeln – hier als Teufelswerk in einem Atemzug mit Zigaretten und Alkohol genannt werden und auch die pauschale Aburteilung von „Fast Food“.
    Sicher, viele Fertiggerichte enthalten völlig unnötige Inhaltsstoffe wie Zucker, Fett, Geschmacksverstärker und dergleichen aber nicht alles, was vorgefertigt ist, ist gleich schlecht. Es gibt ne Menge Lebensmittel, die uns den Küchenalltag erleichtern und trotzdem gesund sind.

    Auch die Formulierung „zuckerhaltige Getränke wie Cola, Limo etc.“ ist schlicht irreführend. Kaum jemand macht sich bewusst, dass Cola, Limo & Co. genau gleich viel Kohlenhydrate enthalten wie (auch frisch gepresster) Fruchtsaft, in dem um die 10% Fruchtzucker enthalten ist.

    Abgesehen davon halte ich nicht das mindeste von irgendwelchen Diäten – die Ernährung ist bei nahezu jeder Diät einseitig. Man hat zwar oft schnellen Erfolg auf der Waage aber man kann „Diät“ nicht auf Dauer machen, sonst ist man an irgend einer Stelle mangelernährt.
    Langfristig ist nur gesund, wenn man sich bewusst abwechslungsreich und vor allem ausgewogen ernährt. So nimmt man auch ab und fühlt sich wohl dabei und vor allem hat man die Sicherheit, seinem Körper auf lange Sicht nicht zu schaden.

    Und – um wieder aufs Ausgangsthema zu kommen – wer sich normalerweise ausgewogen ernährt, der braucht kein Detox denn dem schadet auch mal ein Hamburger nicht.

  3. Thilo Meier sagt:

    Hallo Julia, auch ich finde den Beitrag einfach schlecht, da auch bei Euch angekommen sein sollte, das es ‚Schlacken‘ im Körper schlicht nicht gibt. Da gibt es auch nichts zu ‚entschlacken‘. Vor allem wenn dann noch die Illusion genährt wird, mit ein paar grünen Smoothies könnten die Ernährungssünden wieder repariert werden. Dann wird wieder herzhaft in den MC Doof Burger gebissen und die Tüte Chips geleert. Eine individuelle, ausgewogene, …. Ernährung ist das schwierige Ziel. Keine Placebos, kein Ablasshandel, kein Sand in die Augen streuen – soviel Konsequenz muß schon sein. Fast-Food-Junkie und Dr.-Oetker-Fertig Pizza kann doch jeder.