An den Mixer, fertig los: Fddb prüft den Vitamix Personal Blender S30 auf Herz und Nieren

Wir sind Smoothie-Fans und mixen uns gerade jetzt in der Erkältungszeit super gern diese gesunden und leckeren Obst- und Gemüsedrinks. Da kam uns die Idee, mal den Vitamix Personal Blender S30 (im Folgenden nur „Vitamix“ genannt) genau unter die Lupe zu nehmen. Denn nicht nur Smoothies lassen sich mit diesem Standmixer wunderbar zubereiten, sondern auch zahlreiche andere Gerichte und Getränke. Wir waren sehr gespannt und konnten es kaum erwarten, den Vitamix auszuprobieren. Bei unserem Produkttest haben wir nicht nur geschaut, wie bedienungsfreundlich der Vitamix ist und wie zufriedenstellend die Mixergebnisse sind, sondern auch, ob die Rezeptanleitungen verständlich sind und sich der Vitamix gut pflegen lässt. Im Lieferumfang waren neben dem Motorblock und der Klingenbasis drei Behälter in zwei verschiedenen Größen (2x 0,6 Liter und 1x 1,2 Liter) mit Deckeln, ein Stößel sowie ein Rezeptheft und eine Bedienungsanleitung enthalten.
IMG_1883Beim Durchblättern des Rezeptheftes bekamen wir richtig Appetit und entschieden uns, eine kleine Auswahl der Rezepte zu probieren, darunter einen Saft, eine Suppe, ein Dessert und ein herzhaftes Hummus – allesamt vegan. Die Zutaten haben wir bereits im Vorfeld für das Mixevent besorgt. Toll fanden wir sofort, dass die Rezepte in passende Kategorien unterteilt waren und die veganen Leckereien (fast immer) extra gekennzeichnet waren. Der Aufbau des Mixers war kinderleicht: Einfach den gewünschten Mixbehälter auf das Klingenelement per Schraubverschluss drehen und in das Standunterteil einklicken, an dem sich ein Stufenregler von Stufe 1 bis 10 befindet. Deckel oben rauf und fertig. Aber lest nun selbst, ob uns der Vitamix glücklich gemacht hat.

Apfel-Bete-Saft

Smoothie ZutatenDer erste Vitamix-Streich war ein Apfel-Bete-Saft. Alle Zutaten sollten in einer bestimmten Reihenfolge und in zerkleinerten Stückchen in den Mixer getan werden. Ruckzuck war alles geschnippelt und im Mixer drin. Wir waren gespannt, ob es der Mixer ohne Probleme auch mit den harten Möhren- und Rote-Bete-Stückchen aufnehmen konnte. Und das konnte er. Nach einer Minute intensiven Mixens von Stufe 1 bis hoch zur 10 hatten wir das farbenprächtige Ergebnis. Ein dunkelroter und lecker duftender Saft. Schon beim Eingießen in unsere Gläser hatten wir den Eindruck, dass der Saft von der Konsistenz her eher einem Smoothie gleicht. SmoothieEr war doch sehr dickflüssig und sämig, fast schon zum Auslöffeln, und nicht flüssig wie ein Saft. Aber das hat dem Geschmackserlebnis nicht geschadet – im Gegenteil: Wir waren begeistert! Obwohl rote Bete nicht Jedermanns Sache ist und der Geschmack des roten Wurzelgemüses sehr dominant war, hat uns der Saft hervorragend geschmeckt. Der Apfel und Apfelsaft haben dem Getränk eine schöne, süße Note gegeben. Die Mixanleitung zum Rezept war super und wir hatten innerhalb kürzester Zeit ein gesundes, leckeres und ausgefallenes Getränk. Top! Einziger Mini-Verbesserungsvorschlag: Beim Getränkenamen das Wort „Saft“ gegen „Smoothie“ austauschen oder die Apfelsaftmenge etwas erhöhen :-). Wir geben 10 von 10 Punkten.

Cremige Tomatensuppe

SuppeNach diesem genialen Mixstart stand eine fruchtige Tomatensuppe auf unserer Liste. Gleich bei der ersten Zutat, der Gemüsebrühe, waren wir uns unsicher, ob man bereits heiße Brühe oder nur kalt angerührte Brühe verwenden sollte. Hier wäre eine eindeutige Angabe wünschenswert. Wir haben uns dann für die kalte Brühe entschieden und den Rest der Zutaten wie beschrieben in den Mixer gefüllt. Das Ganze sollte nun 7,5 Minuten lang gemixt werden, wieder, indem man den Regler langsam von Stufe 1 auf Stufe 10 aufdreht. Jetzt fiel uns bei der recht langen Mixzeit extrem auf, dass der Vitamix auf Stufe 10 sehr laut ist. Um unsere Ohren zu schonen, haben wir lieber die Küche verlassen und uns gefragt, warum der Apfel-Bete-Saft im Gegensatz zur Suppe nur eine Minute lang gemixt werden sollte. Wir konnten es uns nicht erklären. Nach Ablauf der Zeit machten wir den Mixer aus und stellten fest, dass die Suppe und der Mixbehälter bereits recht warm geworden sind. War das Absicht? Oder nur ein ungewünschter Nebeneffekt des langen, intensiven Mixens, das den Motor hat warm laufen lassen? Wir wussten wieder keine Antwort und haben die Suppe dann in einem Topf auf dem Herd noch richtig schön heiß werden lassen. Und was unsere zarten Testzungen dann schmeckten, war sehr sehr lecker. Die vegane Tomatensuppe war schön fluffig und cremig und hatte eine tolle, rot-orange Farbe. Geschmacklich hat uns das würzige und tomatig-fruchtige, aber nicht zu intensive Aroma begeistert. Wir  konnten wunderbar den Thymian und die Zwiebel herausschmecken. Die Konsistenz war herrlich fein und gleichmäßig, ohne kleine Stückchen, die beim Essen dann etwas stören könnten. Wir waren sehr beeindruckt, in so kurzer Zeit eine so tolle, leckere, gesunde, selbstgemachte Tomatensuppe zu essen. Und das Ganze ohne ständiges Umrühren und ohne Überkochen, so dass man während des Mixens locker noch andere Sachen machen konnte. Auch hier verteilen wir wieder großartige 10 von 10 Punkten.

Traditioneller Hummus
Hummus vorherEin weiteres, herzhaftes Highlight sollte uns nun überzeugen, nämlich ein Klassiker der orientalischen Küche: Hummus! Laut Rezept sollte er in nur 10 Minuten fertig sein. Gut, das probierten wir aus! Und in der Tat war der Hummus sehr schnell fertig, obwohl wir die Zutaten mehrere Male mit dem mitgelieferten Stößel nach unten befördern mussten. Gleich nach dem Öffnen des Deckels kroch uns ein sehr extremer Knoblauchgeruch in die Nase. Und auch beim Probieren war klar: Knobiliebhaber kommen bei diesem Rezept voll auf ihre Kosten. Ein sehr scharfer Geschmack verbreitete sich schnell im ganzen Mund, so dass ungeübte Knoblauchverzehrer sofort husten und sich räuspern mussten.
Hummus nachherIn unserer Testgruppe von drei Leuten gibt es quasi drei Kategorien von Knoblauchessern: Extrem ungern, ganz gern und wahnsinnig gern. Die „Knoblauchhasserin“ unseres Trios musste bereits nach einer Messerspitze Hummus zwei Gläser Wasser trinken, die „Etwas-Knoblauch-ist-lecker-Kandidatin“ schaffte immerhin fast ihre Portion auf und die Knoblauchliebhaberin hat sich glatt noch mal einen Nachschlag geholt :-). Fazit: Zwei Zehen Knoblauch für die Menge Hummus (300 ml) sind etwas fragwürdig und nicht unbedingt optimal für den „Durchschnittsknoblauchesser“. Hummus_2Eine andere Geschmacksrichtung konnte man fast nicht ausmachen. Im Rezept hat uns aber ein wenig das traditionelle Tahin (Sesampaste) und Paprikagewürz gefehlt, vielleicht würde es damit noch eher an den Geschmack von Hummus herankommen. Das Kichererbsenpüree hatte eine sehr schöne, ebenmäßige Konsistenz und war, wie auch die anderen Gerichte, superschnell und easy zubereitet. Aufgrund der Knoblauchflut geben wir dem Hummus 8 von 10 Punkten. PS: Die Bewertung der Kollegin mit der Knoblauchphobie spielte in die Bewertung übrigens nicht mit hinein ;-).

Vegane Himbeercreme

HimbeercremeWas darf am Ende eines 4-Gänge-Menüs natürlich nicht fehlen? Na klar, ein Dessert! Wir haben uns für eine fruchtig-beerige Variante, nämlich eine vegane Himbeercreme, entschieden, die unsere eine Kollegin bereits einen Tag vorher zubereitet hat, da es über Nacht durchziehen sollte. Die in der Creme enthaltenen Cashewkerne brachten den Vitamix fast an seine Grenzen. Alle Zutaten mussten zwischendurch einige Male mit dem Stößel umgerührt und wieder zur Klinge hinuntergeschoben werden. Auch Chiasamen waren Bestandteil des Rezeptes, so dass die Creme im Kühlschrank übernachten musste und die Chiasamen schön aufquellen konnten. Wow, das Warten hat sich gelohnt, die Himbeercreme war der krönende Abschluss unseres Lunches! Wir schmeckten ein tolles, intensives Himbeeraroma. Die Creme hatte eine schöne feste, fein pürierte Konsistenz und die Chiasamen haben der Creme einen knackigen Touch gegeben. Von den Cashews merkte man überhaupt keine Stückchen mehr, so fein war die Creme püriert. Einstimmig vergeben wir wieder 10 von 10 Punkten. Wir haben unser Vitamix-Experiment sehr zufrieden und satt beendet und werden sicher einige Rezepte noch einmal verwenden.

Unser Vitamix-Fazit

Zuallererst: Mixen macht unheimlich viel Spaß, bedeutet wenig Schnippelarbeit, spart viel Zeit und fördert das Zubereiten gesunder, selbstgemachter Gerichte. Vorausgesetzt, man hat einen leistungsstarken Mixer wie den Vitamix. Wir waren bei unserem Test, der vier verschiedene Gerichte beinhaltete, zufrieden mit dem Vitamix. Das Hauptziel, nämlich schnelles und feines Mixen, hat er mit Bravour gemeistert. Auch die Bedienung war sehr easy, da es nur einen Stufenregler gibt. Toll fanden wir auch, dass in dem Rezeptheft Kalorienangaben und Daten zu Nährstoffen, wie Protein, Fett etc. zu finden sind. So kann man natürlich auch prima das Fddb-Ernährungstagebuch führen :-). Alle Rezeptanleitungen waren verständlich, toll bebildert und ließen meist keine Fragen offen. Auch die Reinigung war supereinfach, denn alle Teile des Vitamix können in der Spülmaschine gereinigt werden. Die Edelstahlklingen sind sehr gut verarbeitet und wirken sehr robust und stabil. Es lassen sich in sehr kurzer Zeit gesunde, leckere und abwechslungsreiche Speisen und Getränke herstellen.

Jedoch gab es einige, kleine Tücken. Das untere Teil, in dem die Klingen sitzen, hat sich immer sehr schwer ab- und wieder draufschrauben lassen. Große Männerhände bekommen das sicher etwas leichter hin, aber wir drei Mädels haben es mehrere Male nicht geschafft. Was leider etwas ungünstig ist, da ja auch das Teil mit den Klingen vernünftig sauber gemacht werden muss. Mit einem einfachen Trick ging es dann aber wunderbar: Einfach einen Löffelstiel o.ä. in die Kerbe am unteren Ende der Klingenbasis legen, gegen den Uhrzeigersinn drehen und somit die Hebelwirkung nutzen.
Auch direkt in den Schraubwindungen hat sich ab und zu etwas Mixinhalt verirrt. Zudem fiel uns auf, dass, wenn man bei den Zutaten ein klein wenig mehr hineingibt als im Rezept beschrieben, der Mixinhalt gern etwas „überschwappt“ bzw. oben durch den Deckel durchsickert. Also sollte man sich am Besten genau an die Angaben in den Rezepten halten. Der größte Behälter fasst eine Menge von 1,2 Litern. Am Beispiel der Tomatensuppe haben wir festgestellt, dass die Menge zwei normale oder drei kleine Portionen ergibt. Das heißt, wenn man für mehrere Leute diese Suppe zubereiten möchte, müsste man auf jeden Fall mehr als eine Mixmenge vorbereiten.

Wie bereits oben erwähnt, ist der Vitamix nicht gerade ein leises Gerät, wenn man ein Gericht oder Getränk mehrere Minuten auf höchster Stufe pürieren soll. Auch, dass der Vitamix beim Pürieren der Tomatensuppe recht warm wurde, hat uns etwas irritiert. Einen weiteren Punkt, den wir etwas verbesserungswürdig finden, betrifft nicht den Mixer per se, sondern das Rezeptebuch. Es wäre schön und praktisch, wenn bei den Getränken, Suppen und anderen flüssigen Gerichten ganz oben unter dem Punkt „Ergibt“ nicht nur die ml-Angaben stehen, sondern auch, wie viele Portionen das Rezept ergibt. Zwar steht ganz unten, wie viele Kalorien und ml eine Portion enthält, aber es wäre ganz nett, wenn man das gleich oben auf den ersten Blick sehen könnte neben den ml-Angaben. Bei den „festen“ Gerichten war es der Fall. Was zu erwarten ist, ist der Vitamix kein Schnäppchen. Mit 499 – 548 Euro seid Ihr mit dem Modell S30, das wir getestet haben, dabei. Aber wer oft und in sehr guter Qualität sein Essen und leckere Getränke mixen möchte, und zudem über das nötige Kleingeld verfügt, der könnte über eine Investition in den Vitamix nachdenken.

Hinweis: Der Vitamix Personal Blender S30 wurde uns kostenlos und leihweise von der Firma Vitamix zur Verfügung gestellt.

Fotos: Fddb

2 comments

  1. Uwe sagt:

    Wo finde ich die Rezepte dazu?

  2. Irene sagt:

    Wir haben den Vitamix, aber wir verwenden ihn nur noch selten.
    Dieses, wirklich hervorragende Gerät ist zwar mit das Beste was es gibt, um Smoothies herzustellen, aber Smoothies sind nicht das Beste, was man sich an Gutes antun kann.

    Warum? Die Nahrungsdichte ist zu hoch. Sie erkennen das am besten daran, dass sie das, was Sie da in einem Glas trinken, sich als Gemüse oder Obst auf den Teller legen.
    Trinken von einem solchen „Saft“ ist für das Verdauungsorgan etwas ganz anderes, als wenn Sie kauen und beißen!

    Das Messer habe ich noch nie herausgenommen – das schaffen meine Hände nicht. Drum kann ich nur bestätigen, dass das Reinigen etwas schwieriger ist als bei einem normalen Mixer, bei dem sich die Messer herausdrehen lassen.

    Mein Resumee: wer wirklich GRÜNE Smoothies trinken will – absolut ein tolles Gerät!
    Für alle anderen geht es viel billiger!