Grenzenlos Sport machen? Wir haben’s getestet! Urban Sports Club Testbericht Teil II

Im ersten Bericht hatte ich schon ausführlich erklärt, wie der Urban Sports Club funktioniert und welche Angebote man dort nutzen kann. Nun möchte ich vorstellen, welche Erfahrungen ich während des Tests damit hatte.

Meine Erfahrungen bei den Partnern vor Ort

In den letzten beiden Monaten habe ich folgende Angebote genutzt: Ich war bei mehreren Yoga-Kursen in zwei Yoga-Studios, habe Fitness Boxen und Krav Maga mit gemacht, habe mich in einer Physiotherapie-Praxis massieren lassen, ein Personal Training in Anspruch genommen, war Schwimmen und habe ein Fitnessstudio und einen Capoiero-Kurs besucht. Das osmanische Bogenschießen stand sogar auch auf meiner To-Do Liste, leider habe ich dann aber vor Ort den Eingang bzw. Verein nicht gefunden. Deshalb kann ich darüber nicht berichten ;-).

Yoga Raum innen mit Matten und KerzenDer Besuch bei den Yoga-Studios, zum Beispiel Kalaa Yoga in Prenzlauer Berg, hat mir sehr gut gefallen. Ich mache schon länger Yoga, bin aber jahrelang immer zu den Kursen im Fitnessstudio gegangen. Hier merkte ich bei der Atmosphäre deutlich einen Unterschied. So ein liebevoll eingerichtetes Yogastudio mit Matten, Klötzen und Decken, viel Licht und schöner Dekoration ist halt doch etwas anderes als der Übungsraum im Fitnessstudio. Auch mit den Lehrern und Kursen war ich völlig zufrieden.

Beim Kampfsport, nämlich Boxen und Krav Maga, fielen mir zwei Sachen auf: Zum einen könnte hier Screenshot Urban Sports Club vom Angebot Kampfsportnoch besser auf der Urban Sports Club Seite beschrieben werden, welche Ausrüstung man braucht und ggf. auch selber mitbringen kann oder sollte. Und zum anderen fand ich beide Male, dass die Trainer besser auf mich als „Neuling“ hätten eingehen können. Keiner der Trainer fragte nach, ob schon Erfahrungen vorhanden seien oder es vielleicht auch gesundheitliche Einschränkungen oder generell Fragen an ihn oder den Kurs gäbe. Man wurde quasi einfach ins kalte Wasser geworfen und musste loslegen – was ich bei Kampfsportarten doch etwas bedenklich finde. Ich selbst habe mehrere Jahre Erfahrung in dem Bereich und konnte deshalb ganz gut mitmachen. Andere „Neulinge“ standen jedoch etwas verloren im Raum. Das ist jedoch kein Problem vom Urban Sports Club, sondern von den entsprechenden Trainern bei den Partnern vor Ort. Und Trainer gibt es halt auch überall solche und solche…

Schön war es mal wieder Schwimmen zu gehen. Mit der Urban Sports Club Karte kann man alle Screenshot Urban Sports Club vom Angebot SchwimmenBerliner Bäder besuchen. Und zum Glück habe ich gleich zwei davon in meiner Nähe. Vor Ort musste ich dann einfach nur den QR-Code einscannen und konnte kostenlos so lange und so viel ich wollte schwimmen. Möchte man auch noch eventuell vorhandene Saunen nutzen, müsste man dafür extra zahlen.

Wie oben schon erwähnt, gibt es in Prenzlauer Berg leider kein Fitnessstudio, das ich mit dem Urban Sports Club besuchen könnte. Deshalb probierte ich das nächstgelegene Studio in Mitte aus, von dem ich aber leider enttäuscht war. Das Studio ist recht klein und Geräte und Räume sind schon ziemlich alt. Auch das Kursangebot überzeugte mich nicht wirklich. Das nächste Studio in der Friedrichstraße scheint dagegen sehr modern zu sein und hat auch ein tolles Kursangebot. Hier muss ich aber gestehen, dass mir der Weg dorthin zu weit war.

Sehr unzufrieden war ich leider mit dem Besuch beim Personal Trainer. Mit der L-Mitgliedschaft kann man einmal im Monat ein 60-minütiges Personal Training buchen. Nachdem ich letztens schon einen anderen Personal Trainer getestet hatte, war ich natürlich sehr gespannt auf den Termin beim Trainer in Prenzlauer Berg, der Partner beim Urban Sports Club ist. Nachdem wir einen Termin vereinbart hatten, sollte ich vorweg einen Anamnesebogen ausfüllen und an den Trainer schicken: Eine gute Idee, schließlich konnte er sich so schon vor dem Training besser auf mich vorbereiten und wir könnten mehr Zeit mit Sport verbringen. Beim Termin selbst stellte er mir zu Beginn aber nur eine kurze Frage zu meinem ausgefüllten Bogen und das war’s. Es gab kein Kennenlerngespräch, keine Vorstellung, keine Fragen bezüglich meiner sportlichen Ziele oder ähnliches. Eine Stunde lang sollte ich einfach Übungen nachmachen, die er mir zeigte. Ohne, dass mir erklärt wurde, warum ich denn genau diese Übungen machen sollte oder wozu sie gut seien. Na klar: Ich kam dabei auch zum Schwitzen und es war anstrengend. Aber unter Personal Training stelle ich mir doch eine persönlichere Beratung vor, die auch darauf eingeht, was mein aktueller Stand ist und was ich erreichen will. Die Stunde Personal Training hätte ich auch einfach mit einem Aerobic-Kurs erstzen können: Das wäre aufs Gleiche raus gekommen. Als ich am Ende dann nachfragte, warum er denn genau diese Übungen mit mir gemacht hätte, kam erst ein verwunderter Blick und danach wurde ich mit allgemeinen Sport-Weisheiten abgespeist. Dieses „Personal“ Training hätte ich mir wirklich sparen können. Bleibt zu hoffen, dass die anderen Trainer, die im Urban Sports Club sind, bessere Trainings bieten!

Diese Enttäuschung wurde jedoch zwei Tage später entschädigt, als ich zum ersten Mal einen Massagetermin über den Urban Sports Club besuchte. Mit der L-Mitgliedschaft kann man vier mal im Monat eine 20-minütige Massage buchen. Und die Massage war so gut, dass ich danach regelmäßig die Physiotherapie-Praxis Eutonia besuchte. Alle Masseure und Masseurinnen fanden immer genau die schmerzenden Punkte und ich fühlte mich dort sehr wohl und gut aufgehoben.Bild vom Massageraum mit Liege

Zum Schluss wollte ich noch einmal etwas Neues ausprobieren. Erst vor kurzem wurde der Sportclub Fitengo mit seinen Angeboten unter dem Dach vom Urban Sports Club integriert und dadurch gibt es seit November noch mehr Sportaktivitäten zur Auswahl. Ein alter Fitengo-Partner und jetzt neuer Urban Sports Club-Partner ist ein Studio im Prenzlauer Berg, das Capoiera Kurse anbietet. Capoiera hatte ich mir schon einmal angeschaut, selbst aber noch nie probiert. Also mal etwas Neues wagen! Der Versuch endete mit der Erkenntnis, dass man nicht für jeden Sport gemacht ist beziehungsweise nicht an jedem Sport Spaß hat. Capoiera ist eindeutig so ein Fall: Das muss ich nicht noch mal probieren 🙂 Das liegt aber nicht am Studio, sondern es ist einfach nicht meine Sportart. Aber gut, somit habe ich immerhin etwas Neues über mich gelernt ;-).

Das ist aber schon ganz schön teuer?

Nachdem ich nun die Sportaktivitäten und meine Erfahrungen vorgestellt habe, möchte ich noch einmal einen Blick auf die Kosten werfen. Der L-Tarif, den ich in den letzten beiden Monaten nutzen konnte, kostet 99 Euro pro Monat. Das ist auf jeden Fall deutlich mehr als die circa 40 Euro, die ich zuletzt in meinem Fitnessstudio monatlich zahlen musste. Im Fitnessstudio hatte ich dafür aber auch nicht die große Bandbreite an Sportarten, die mir der Urban Sports Club ermöglicht. Ich habe vergleichsweise die Kosten für alle Aktivitäten, die ich besucht habe, mit ihrem Einzelpreis zusammen gerechnet. Den Einzelpreis konnte ich entweder auf den Webseiten der Partner entnehmen oder erfuhr ich nach einem kurzen Telefonat. Bei den meisten Partnern kann man vor Ort auch einzelne Stunden buchen und bezahlen oder 10er Karten erwerben – unabhängig von einer Urban Sports Club Mitgliedschaft.

In der Summe kam ich dabei in beiden Monaten deutlich über die 99 Euro, die der Tarif kostet. Alleine vier Massagen im Monat à 18 Euro summieren sich schon auf 72 Euro. Dann kommen noch die circa 80 Euro, die mich ein Personal Training kosten würde, hinzu plus die Yoga- und Kampfsportkurse à jeweils circa 15 Euro. Wenn man das Angebot vom Urban Sports Club also regelmäßig und die gesamte Vielfalt an Sportangeboten bei unterschiedlichen Partnern nutzt, hat man seinen Mitgliedsbeitrag schnell wieder raus.

Tabelle mit Preisen und Konditionen

Fazit

Der Test des Urban Sports Club hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es war toll, meinen Lieblingssport auch mal in anderen Studios auszuüben und neue Sachen kennenzulernen. Ein paar Kurse hätte ich sogar gerne noch besucht, bin aber gar nicht dazu gekommen. Andererseits wurde mir in den letzten Wochen auch deutlich, dass ich – was Sport betrifft – „wegefaul“ bin. Meine Bereitschaft Partnerstudios zu besuchen, begrenzte sich auf einen gewissen Umkreis und dadurch schränkte sich für mich natürlich auch die Auswahl der Partner ein. Um mal etwas Neuartiges auszuprobieren, würde ich auch weiter fahren. Jedoch regelmäßig den Tanzkurs in Kreuzberg zu besuchen, dafür fehlt mir dann die Muße.

Auf der Webseite selbst gibt es einige Funktionen, die mich gestört haben oder die ich mir noch gewünscht hätte. So fände ich es sehr hilfreich, wenn man beim Stadtteil nicht nur einen oder alle Bezirke auswählen, sondern zum Beispiel drei verschiedene „anhaken“ könnte. Hilfreich wäre auch eine Funktion, mit der man Kurse, die man besuchen möchte, direkt in seinen Online-Kalender importieren könnte. Aber das sind eher Kleinigkeiten, von denen ja vielleicht demnächst noch welche umgesetzt werden.

Für alle, die Wert auf eine Vielfalt an Sportangeboten legen und die gerne zu abwechselnden Terminen und Uhrzeiten trainieren möchten und können, ist der Urban Sports Club auf jeden Fall genau das Richtige! Für alle, die jetzt Lust bekommen haben, beim Urban Sports Club mit zu machen, gibt es hier ein Angebot.

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Hinweis: Die Mitgliedschaft wurde uns vom Urban Sports Club kostenlos zur Verfügung gestellt.

Fotos: Fddb, Urban Sports Club, Eutonia Physiotherapie, Kalaa Yoga-Studio, Berliner Bäder Betriebe

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